Mein Arbeitsplatz

Permanent in Bewegung

Andrea Delhey (45) ist angelernte Maschinenführerin bei der Hahnemühle FineArt GmbH.

Stefan Koch

Permanent in Bewegung
31.01.2018
  • Von: Isabel Niesmann
Schlagworte

"Ob traditionelle Naturpapiere für Malerei, Fotografie und digitale Kunst oder technisches Papier, zum Beispiel für die Filtration im Labor: Der Verwendungszweck ist genauso vielfältig wie die Struktur der Papiere. Wenn das Papier bei mir ankommt, hat es schon alle Produktionsschritte durchlaufen. Ich arbeite als angelernte Maschinenführerin im Papiersaal. Das ist der Bereich der Verarbeitung. Hier kommen die großen Mutterrollen an und müssen konfektioniert werden. Ich mache also aus einer Mutterrolle viele Babyrollen und kleinere Bögen. Zuerst stelle ich die Maße an der Maschine ein, die Länge und Breite des Papiers. Danach lege ich den Rollenkern, den stabilen Innenkern aus Pappe, in die Maschine ein und befestige den Papieranfang mit Klebeband. Dann rollt die Maschine das Papier ab. Anschließend muss ich die Rolle abbinden. Der letzte Schritt meiner Arbeit besteht darin, die Papierrolle gut für den Transport zu verpacken, mit Schutzpapier, Schutzfolie und Kantenschutz.

Normalerweise arbeiten wir immer zu zweit an einer Maschine. Wir müssen gewissenhaft und präzise arbeiten, gleichzeitig sehr aufmerksam sein und schnell reagieren können, falls mal etwas nicht funktioniert. Qualität steht immer an erster Stelle. Besonders wichtig ist es, dass wir Handschuhe tragen, damit etwa keine Fettflecken auf das Papier kommen. Mir gefällt, dass es eine stehende Arbeit ist und ich permanent in Bewegung bin. Durch die verschiedenen Papiere und Maße ist es nie eintönig. Manchmal bin ich schon froh, wenn ein größerer Auftrag kommt und ich nicht so viel neu einstellen muss.

Gelernt habe ich Bürokauffrau, merkte aber schnell, dass ich in dem Beruf nicht weiter arbeiten möchte. Direkt nach der Ausbildung wurde ich schwanger und zog meine drei Kinder groß. Auf die Arbeit hier bin ich durch Zufall gekommen. Ich komme aus Dassel, mein Elternhaus ist in Sichtweite der Fabrik. Als meine Kinder aus dem Gröbsten raus waren, bin ich erst auf Minijob-Basis eingestiegen, habe die Stunden immer weiter ausgebaut und bin mittlerweile in Vollzeit beschäftigt."

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