Mein Arbeitsplatz

Experte für freie Rohre

Daniel Liebing (43) ist Kanalwerker bei den Leipziger Wasserwerken.

Michael Bader

Daniel Liebing prüft die Wände in einem Regenwasserstaukanal. Daniel Liebing prüft die Wände in einem Regenwasserstaukanal.
28.09.2017
  • Von: Wolfgang Lenders
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"Ich kümmere mich darum, dass das Kanalnetz von Leipzig in gutem Zustand ist. Hier im Bild kontrolliere ich gerade einen Regenwasserstaukanal. Wichtig ist, dass die Wände keine Beschädigungen haben. Bei Schmutzwasserkanälen prüfen wir, ob die Hausanschlüsse in Ordnung sind. In meiner Tätigkeit als Kanalwerker bediene ich ein Kanal-Saug-Spülgerät. Das ist ein Lkw, auf dem ein Tank mit Wasser montiert ist, ein Gerät zur Hochdruckreinigung und eine Sauganlage. Mit 120 bar Druck wird der Kanal ausgespritzt; wir saugen dann Schlamm und Dreck ab. Wenn die Rohre groß genug sind, steigen wir hinab und helfen mit Besen und Schaufel auch mal nach. Ganz wichtig ist, dass wir uns über das Wetter informieren. Man darf nicht bei Regen einsteigen; der Wasserstand kann sehr schnell steigen und die Rohre füllen sich komplett. Oben muss ein Sicherungsposten stehen.

Wir finden hier auch interessante Sachen: mal einen Ausweis, mal eine Geldbörse, auch mal Spielzeug. Jetzt gerade habe ich einen Führerschein gefunden.

Ich bin seit drei Jahren bei den Leipziger Wasserwerken. Vorher habe ich als Instandhaltungsmechaniker gearbeitet. Als Quereinsteiger musste ich einen Kanalwerker- Lehrgang und den Lkw-Führerschein machen. Man kann den Beruf auch in einer dreijährigen Ausbildung als Fachkraft für Abwassertechnik erlernen. Meine Tätigkeit umfasst Netzkontrollen, das Auslegen von Rattenködern, Störungsbeseitigung im Kanalnetz, das Bearbeiten von Bürgerbeschwerden, die Wartung von Regenauslässen und Sonderbauwerken sowie die Reinigung von Abwasserpumpanlagen und Unterdruckanlagen.

An Ratten kann ich mich nie gewöhnen. Zum Glück haben die selbst Angst vor uns und hauen meist ab. Aber es gibt Momente, da guckt man mit der Lampe in einen Hausanschluss – und es schauen zwei Augen zurück. Ich habe mal mit einer Stabkamera in einen Hausanschluss reingeleuchtet. Als ich die Kamera rausgezog, rannte mir eine Ratte über den Arm. Da friert’s mich immer noch, wenn ich daran denke."

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