IG BCE aktuell 04-2017

Kanzlerkandidat besucht Beirat

Beim Beirat der IG BCE gab es am 5. April in Langenhagen einen prominenten Gastredner: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, selbst Mitglied der IG BCE, warb für einen Schulterschluss zwischen Sozialdemokraten und Gewerkschaften. Seine Forderung der Abschaffung sachgrundloser Befristungen und mit einem klaren Bekenntnis zur Stärkung der Mitbestimmung überzeugte er viele Beiratsmitglieder.

Stefan Koch

Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat
19.04.2017

„Auch in einer sich verändernden Arbeitswelt gibt es einen Stabilitätsfaktor – und das ist die Mitbestimmung. Deshalb wollen wir mehr Demokratie in den Unternehmen“, sagte Schulz. „Waffengleichheit ist das beste Mittel, um Stabilität und Gerechtigkeit herzustellen.“ Mit Sorge betrachtet der Kanzlerkandidat der SPD das zunehmende Vorgehen von Unternehmen gegen die Mitbestimmung im Betrieb. „Es ist skandalös, wie Betriebsräte behindert und drangsaliert werden“, sagte er und kündigte an, den Kündigungsschutz für die Initiatoren von Betriebsratswahlen zu verbessern.

Schulz hob die Rolle der Industrie für den Wohlstand der Bundesrepublik hervor: „Deutschlands Industrie gehört nicht zur Old Economy.“ Sie sei der stabile Kern der Wirtschaft; jeder dritte Arbeitsplatz in Deutschland hänge direkt oder indirekt von der Industrie ab. Ihre Stärke sieht Schulz in der breiten Wertschöpfungskette. „Deshalb wird es mit einem Kanzler Schulz auch keine De-Industrialisierung geben“, betonte er. Auf dem Arbeitsmarkt will Schulz für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen. „Wir werden die Möglichkeit der sachgrundlosen Befristung abschaffen“, versprach der SPD-Vorsitzende.

„Die Erfahrungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren sind schnell zusammengefasst: steigende Belastung durch Steuern und Beiträge und fehlende Gegenleistung. Unsere Leute warten auf eine Politik, die sich ernsthaft kümmert um die Sorgen und Hoffnungen der Leistungsträger unseres Landes, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in ganz normalen Berufen und Tätigkeiten“, sagte Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE.

„Zu unseren Erwartungen an die SPD gehört auch, dass die Partei der Arbeit sich um die Voraussetzungen für Beschäftigung und wirtschaftliche Entwicklung zu kümmern hat“, betonte Vassiliadis. Da müsse deutlich werden, dass „für die SPD Beschäftigung, Wachstum und Klimapolitik gemeinsam gedacht wird, gleiches Interesse findet und verantwortlich ausbalanciert wird“.

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