Demonstration in Berlin

Beschäftigte demonstrieren gegen Gewalt am Hambacher Forst

Gewalt, die fast tagtäglich passiert und billigend in Kauf genommen wird: „Das können wir nicht akzeptieren. Man muss aufhören das schönzureden“, sagt Manfred Maresch, IG-BCE-Bezirksleiter in Alsdorf. Maresch spricht über die ausufernde Gewalt am Hambacher Forst. Unter dem Motto „Schnauze voll von Gewalt“ demonstrierten am Mittwoch in Berlin mehr als 150 Beschäftigte aus dem Rheinischen Revier, der Lausitz und dem Mitteldeutschen Revier vor dem Bundeswirtschaftsministerium. Am Rande der Sitzung der „Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ machten sie ihrem Unmut mit Tröten, Trillerpfeifen und Bannern Luft.

Gero Breloer

150 Beschäftigte demonstrieren gegen Gewalt im Hambacher Forst. 150 Beschäftigte demonstrieren gegen Gewalt im Hambacher Forst.
29.08.2018
  • Von: Isabel Niesmann

Am Wochenende kam es am Hambacher Forst zu mehreren Angriffen auf die Polizei. Und schon seit Jahren besetzen gewaltbereite Aktivisten den Wald in der Nähe des Braunkohletagebaus Hambach, um eine gestattete Rodung des Waldes zu verhindern.

Radikale Aktivisten verüben im Hambacher Forst Gewalttaten gegen Mitarbeiter des Tagebaus und gegen Polizisten. Sachbeschädigungen sind an der Tagesordnung, die Beschäftigten fühlen sich bedroht und sind verunsichert. Deshalb ruft der Bezirk Alsdorf unter dem Motto "Schnauze voll von Gewalt" seit zwei Jahren zu einem friedlichen Umgang miteinander auf. „Denn genau das spiegelt wider, was die Menschen vor Ort fühlen“, erklärt Maresch. "Steine, Schleudern oder Molotov-Cocktails – den Mitarbeitern reicht es."

Michael Vassiliadis, der Vorsitzender der IG BCE, sagt: „Die Härte dessen, was im Hambacher Forst stattfindet, wird in der öffentlichen Diskussion nicht ausreichend zum Ausdruck gebracht.“ Hier gehe es um vorsätzliche Gewalt unter Inkaufnahme körperlicher Schäden bei unbeteiligten Dritten. „Dagegen wollen wir heute hier ein Zeichen setzen“, so Vassiliadis.

Gero Breloer

Demonstration „Die Härte dessen, was im Hambacher Forst stattfindet, wird in der öffentlichen Diskussion nicht ausreichend zum Ausdruck gebracht", sagt Michael Vassiliadis, der Vorsitzender der IG BCE.

„Die Aktivisten in Hambach sind nicht da, um ein politisches Zeichen zu setzen, sondern denen geht es nur um Randale und Gewalt“, sagt Klaus Emmerich, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender im Tagebau Garzweiler. „Wir sind die Letzten, die etwas gegen friedlichen Protest haben. Wir sind Gewerkschafter“. Aber Gewalt könne niemals Mittel einer politischen Auseinandersetzung sein. „Wir wissen, dass Braunkohle endlich ist, aber wir brauchen Braunkohle, um die Klimaziele zu erreichen. Braunkohle ist der einzige verlässliche Partner in der Energiewende.“

Gero Breloer

Klaus Emmerich Klaus Emmerich: "Braunkohle ist der einzige verlässliche Partner in der Energiewende."

Guido Masur, der bei RWE Power in der Veredlung arbeitet, spricht dem Hambacher Forst nur Symbolcharakter zu. Und die bereits rekultivierten Gebiete hätten sich gut vom einstigen Braunkohleabbau erholt. Er lobt das Engagement der IG BCE: „Wie die Gewerkschaft sich hier für Unternehmen und für die Mitarbeiter einsetzt, davor ziehe ich meinen Hut.“

Gero Breloer

"Der Hambacher Forst hat doch nur Symbolcharakter“, findet Guido Masur.

„Ich bin hier, um ein Zeichen zu setzen“, betont Guido Maatz, der ebenfalls in der Veredlung bei RWE Power arbeitet. Es gehe gar nicht, dass Polizisten und Werkschützer angegriffen werden. „Ich kann verstehen, dass Menschen einen anderen Standpunkt haben. Ich kann aber nicht verstehen, dass Gewalt angewendet wird.“

Gero Breloer

Demo Gekommen, um ein Zeichen zu setzen: Guido Maatz.

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