IG-BCE-Fachtagung

Ausbildertagung diskutiert Herausforderungen im digitalen Wandel

IG BCE fordert intensivere Anstrengungen von Politik und Arbeitgebern für zukunftsweisende Aus- und Weiterbildungskonzepte – und mahnt an, dass steigende Arbeitsanforderungen nicht zulasten Beschäftigter gehen dürfen.

Ralf Hansen

IG-BCE-Ausbildertagung 2018
22.11.2018
Schlagworte

Auszubildende und Ausbilder für den Digitalen Wandel fit machen: In diesem Zeichen stand die jüngste Ausgabe der IG-BCE-Ausbildertagung in Bad Münder. Petra Reinbold-Knape, im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE unter anderem verantwortlich für das Ressort Ausbildung, forderte zum Auftakt der Tagung intensivere Anstrengungen von Unternehmen und Arbeitsmarktpolitik, um gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern zukunftsweisende Konzepte für die Aus- und Weiterbildung zu entwickeln: „Die Digitale Transformation stellt wachsende Anforderungen an die Beschäftigten und ihre beruflichen Fähigkeiten. Dem müssen Aus- und Weiterbildung Rechnung tragen – durch eine konsequente und praxisnahe Einbeziehung von digitalen Kompetenzen und Lernweisen.“
 
Zudem betonte Reinbold-Knape, dass es bereits zahlreiche betriebliche Beispiele für eine arbeitnehmergerechte Umsetzung von Digitalsierungsprozessen gebe, diese aber nicht hinreichend in Erscheinung treten würden. „Wir müssen solche Vorreiterprojekte und Best-Practice-Beispiele besser sichtbar machen, um verbindliche Standards und Qualitätsmaßstäbe für gute Aus- und Weiterbildung im Digitalen Wandel entwickeln zu können - gerade auch für Betriebe, die in diesem Punkt erst noch am Anfang stehen“, sagte Reinbold-Knape.
 
Dass die Digitalisierung nicht Anforderungen stellt, sondern auch viele Möglichkeiten eröffnet, machte Matthias Pütz von Provadis Frankfurt, einem führenden Spezialisten für Aus- und Weiterbildung in der chemischen Industrie, eindrucksvoll klar. Am Bildschirm demonstrierte der E-Learning-Experte Möglichkeiten, wie digitale Tools das Lernen direkt am Arbeitsplatz unterstützen können – etwa durch Terminalsysteme und Lerninseln in der Produktion, die Auszubildenden ermöglichen, sich anschaulich und spielerisch („Edutainment“) in die Funktionsweise einer Anlage einzuarbeiten.
 
IG-BCE-Vorstand Francesco Grioli, unter anderem verantwortlich für den Bereich Digitalisierung, problematisierte angesichts steigender Arbeitsanforderungen den Fachkräftemangel – und damit eine wesentliche Ursache für die zunehmende Überlastung vieler Kolleginnen und Kollegen in der Industrie. Die Herausforderungen der Digitalisierung seien mit „höherem Arbeitsvolumen für das vorhandene Personal“ nicht zu bewältigen. Deshalb müssten die Arbeitgeber mehr in gute, zukunftsfähige Ausbildung investieren, um spürbare Entlastung der Belegschaften zu erreichen. „Unser Arbeitszeitgesetz ist ein Schutzgesetz und kein Arbeitgeberflexibilisierungsgesetz – diese Art von Arbeitszeitflexibilität wird es mit der IG BCE nicht geben“, stellte Grioli klar.

Link zum IG-BCE-Blog für Prüfer:

Nach oben