Höxberg-Gespräche

Zementbranche setzt auf Sozialpartnerschaft

Die Zukunft ruht für die Zementindustrie unter anderem auf Fundamenten wie dem Flächentarifvertrag und der Sozialpartnerschaft. Die Reihe „Höxberg-Gespräche“ des Arbeitgeberverbandes Zement und Baustoffe e.V. (azb) in Beckum warf jüngst einen Blick auf die Lage. Zu Gast war jüngst IG-BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis.

Frank Rogner

Michael Vassiliadis zu Gast bei Höxberg-Gesprächen Michael Vassiliadis verdeutlichte die Sicht der Gewerkschaft auf die Situation dar.
30.06.2017
  • Von: Marcel Schwarzenberger
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Es gebe eine wachsende Unsicherheit bei den Beschäftigten, sagte IG-BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis bei der jüngsten Neuauflage der „Höxberg-Gespräche“ im Beckumer Zementrevier. Eine Quelle der Unsicherheit ist die Erosion des Systems der Branchentarife in der Bundesrepublik. „Sie gelten heute nur noch für 48 Prozent der Arbeitnehmer“, sagte Gastredner Vassiliadis und erinnerte an das Wirtschaftswunder im Nachkriegsdeutschland. Die Flächentarifverträge hatten seinerzeit die Möglichkeit für eine wirtschaftliche Entwicklung in Ruhe und mit Vertrauen eröffnet. „Nennenswerte und heftige Konflikte wurden so vermieden“, betonte er. Doch immer mehr Betriebe scheren inzwischen aus den Tarifverträgen aus.

Tradition aus Überzeugung

Die Tarifautonomie sei wesentlich für die Gestaltung der Verträge, betonte der IG-BCE-Vorsitzende im Berufskolleg Beckum. Doch zunehmend kaperten politische Parteien die Lohnpolitik: „Das dürfen wir nicht zulassen.“ Arbeitgeber und Gewerkschaften sollen in Ruhe verhandeln und auch streiten dürfen. „Im Kern geht es immer um den Kompromiss“, sagte azb-Vorsitzender Dirk Spenner. Vassiliadis ergänzte: „Wir müssen auch diese Debatte führen: Wie viel Flexibilität kann es für Betriebsräte und Gewerkschaften geben?”

Man lebe das Prinzip der Sozialpartnerschaft, betonte Spenner. Der azb vertritt in der Zement- und Baustoffbranche rund 60 Unternehmen mit insgesamt 7000 Beschäftigten. Gut 90 Prozent dieser Jobs sind von Flächentarifverträgen abgedeckt. „Wir ticken noch etwas traditioneller“, stellte Spenner fest.

Der azb lädt seit 1974 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu seiner Veranstaltungsreihe „Höxberg-Gespräche“ ein.

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