• 01.05.2019
  • Medieninformation XXII-61
Erster Mai 2019: Europa. Jetzt aber richtig!

Vassiliadis fordert europäische Offensive, um die Industrie für das Zeitalter der Digitalisierung und des Klimaschutzes zu rüsten

Mit einem eindringlichen Appell, Europa als Kontinent guter Industriearbeit in die Zukunft zu führen, hat der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis, für eine hohe Beteiligung der Beschäftigten an der kommenden Europawahl geworben. Es brauche ein soziales Europa, das sich mit vereinten Kräften für die Herausforderungen der kommenden Jahre wappne.

Rogner/IG BCE

Kundgebung zum ersten Mai 2019 in Hagen Demonstrationszug zum Tag der Arbeit mit IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis durch Hagen.
01.05.2019

„Der Umbau unserer wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Grundlagen wird eine Herkulesaufgabe“, sagte Vassiliadis bei einer Veranstaltung zum Tag der Arbeit in Hagen. „Wer da erfolgreich sein will, der muss in großem Stil in die Zukunft investieren.“ Der IG-BCE-Vorsitzende setzte sich für einen aktiven Staat und eine aktive Europäische Union ein. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das Projekt Europa ein ordentliches Stück voranzubringen.“

Konkret forderte Vassiliadis eine europäische Offensive, um die Industrie für das Zeitalter der Digitalisierung und des Klimaschutzes zu rüsten – etwa in besonders klimafreundliche Produktionstechnologien und in Energienetze der nächsten Generation. Zudem müsse Europa dem Lohndumping, dem Steuertourismus und dem Umgehen der Mitbestimmung einen Riegel vorschieben.

Gleichzeitig müssten die Beschäftigten für den digitalen Wandel gerüstet werden. Viele Unternehmen redeten fortlaufend von Digitalisierung, täten aber zu wenig, um die Beschäftigten für die neuen Aufgaben fit zu machen. Nötig sei daher ein Rechtsanspruch auf Weiterbildung. „Hier ist ganz klar der Staat gefragt“, so Vassiliadis.

Zudem steige mit der Digitalisierung die Arbeitsbelastung für die Beschäftigten. „Viele fühlen sich mittlerweile ausgepresst wie die sprichwörtliche Zitrone.“ Die IG BCE werde daher in den kommenden Tarifrunden das Thema in den Mittelpunkt stellen. „Wir wollen mehr Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten statt Flexibilisierung aus Renditekalkül.“

Die DGB-Veranstaltungen zum 1. Mai finden in diesem Jahr unter dem Motto „Europa. Jetzt aber richtig!“ statt.

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