• 30.03.2017
  • Medieninformation XXI/9
Beruf und Familie

IG BCE kritisiert Blockade beim Rückkehrrecht in Vollzeit

Die IG BCE hat die Blockade im Koalitionsausschuss beim Gesetzentwurf zum Rückkehrrecht von Teilzeitarbeit in Vollzeit scharf kritisiert. „Es kann nicht sein, dass ein von Millionen Menschen herbeigesehnter Rechtsanspruch zwischen den Mühlen des Vorwahlkampfs zerrieben wird“, sagte Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE. Dass die Union den Entwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles mit Blick auf die Betriebsgröße blockiere, sei nicht nur ungerecht, sondern auch unlogisch, so Glänzer.

Stefan/iStock

Die Zahl der in Vollzeit arbeitenden Männer ist in etwa konstant geblieben, während sich die der Teilzeitfrauen fast verdoppelt hat.
30.03.2017
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Der aktuelle Gesetzentwurf sieht ein Rückkehrrecht in Vollzeit für Teilzeitbeschäftige in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern vor. CDU und CSU verlangen offensichtlich eine Grenze im dreistelligen Bereich. Glänzer erinnerte daran, dass auch das derzeit gültige Teilzeit- und Befristungsgesetz eine Mindestbetriebsgröße von 15 Beschäftigten vorsehe. Schon deshalb könne das Rückkehrrecht nur für die gleiche Bezugsgröße gelten.

Zudem müssten auch mittelständische Betriebe ein Interesse an der Rückkehr verdienter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eine Vollzeittätigkeit haben – schon aus Gründen der Fachkräftesicherung. „Offensichtlich erinnert sich die Union wenige Monate vor der Bundestagswahl nicht mehr daran, dass die Koalitionspartner fest vereinbart hatten, in dieser Legislaturperiode ein Rückkehrrecht zu schaffen“, kritisierte Glänzer.

Für die IG BCE gehört das Rückkehrrecht in Vollzeit seit Jahren zu den zentralen politischen Forderungen. Damit wird – nicht nur - Frauen die Möglichkeit geboten, die Arbeitszeit befristet für Familie, Pflege, Weiterbildung oder ehrenamtliche Tätigkeit zu reduzieren – ohne auf Dauer in der Teilzeitfalle gefangen zu sein. Ein entsprechendes Gesetz wäre ein wichtiger Beitrag für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gegen Altersarmut.

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