• 15.09.2014
  • Medieninformation XVIII/37
Pharma-Dialog

„Standort D“ attraktiver machen

Der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis begrüßt die Absicht der Bundesregierung, den Pharma-Standort Deutschland zu stärken. „In den zurückliegenden Jahren standen im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform fast ausschließlich Einsparpotentiale im Fokus der Debatte. Es ist gut, dass jetzt der gesellschaftliche Wert und die Bedeutung dieses Industriezweigs ins Blickfeld gerückt werden.“, sagte Vassiliadis auf der Auftaktveranstaltung zum „Pharma-Dialog“ am Montag (15.9.) in Berlin.

Bayer HealthCare

Eine Laborantin bei Bayer HealthCare sichtet Gewebepräparate mit Tumorproben zunächst mit bloßem Auge. Eine Laborantin bei Bayer HealthCare sichtet Gewebepräparate mit Tumorproben zunächst mit bloßem Auge. Anschließend durchlaufen die Proben zahlreiche weitere Analysen.
15.09.2014

Seit Beginn der 80er Jahre erlebt die Pharma-Industrie einen andauernden Konzentrationsprozess. Gehörten 1980 noch heimische Pharma-Hersteller zur Weltspitze, ist heute unter den zehn größten Pharma-Unternehmen kein einziger deutscher Hersteller mehr zu finden.

Zwar ist das Beschäftigungsniveau seit Jahren stabil und blieb auch in der Finanz- und Wirtschaftskrise nahezu unverändert, die Branche stellt überdurchschnittlich viele hoch qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze. „Doch das ist keine Garantie für die Zukunft“, stellte der IG-BCE-Vorsitzende fest. „Der Druck wächst, das zeigen Milliarden-Fusionen und Übernahmen.“

Die Beschäftigen spüren die Auswirkungen bereits sehr konkret: Mittlerweile stehen Standortverlagerungen und Restrukturierungsrunden auch in traditionsreichen deutschen Pharma-Unternehmen auf der Tagesordnung, Arbeitsverdichtung und wachsende psychische Belastungen gehören zum Alltag. Personalabbau ist kein Tabu mehr, nicht nur im Pharma-Außendienst.

Der Pharma-Dialog soll nach der Absicht der Bundesregierung einen Beitrag dazu leisten, die Attraktivität von Deutschland als Forschungs-, Innovations- und Produktionsstandort der pharmazeutischen Industrie zu stärken.

Doch dies kann nach Auffassung von Vassiliadis kein Selbstzweck sein: „Wenn wir diese Ziele erreichen wollen, so können wir es nur mit den Menschen, die in diesen Unternehmen arbeiten. Das heißt, im Pharma-Dialog muss es auch um die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für Gute Arbeit, die Förderung von Beschäftigung und mehr Mitbestimmung gehen.“

Vassiliadis forderte Unternehmen und Politik auf, gemeinsam mit der IG BCE neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, um am Pharma-Standort Deutschland sichere und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze zu erhalten, sie besser zu machen und zusätzliche Beschäftigung zu fördern.

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