• 14.02.2012
  • Medieninformation XVI/03
Tarife/Chemische Industrie

Forderungsempfehlung: 6 Prozent

Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ ausbauen

Bochum/Hannover. Der Hauptvorstand der IG BCE hat am Dienstag (14. Februar) die Forderungsempfehlung für die Chemie-Tarifrunde 2012 beschlossen. Schwerpunkt ist eine Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent. Außerdem soll der bestehende Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ weiter entwickelt werden. Die Tarifrunde steht unter dem Motto: Gute Arbeit - Faires Entgelt. In der chemischen Industrie sind rund 550.000 Menschen in 1900 Betrieben beschäftigt.

14.02.2012

IG-BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis: „Viele Chemie-Betriebe strotzen vor Kraft, die Wettbewerbsfähigkeit hat ein außerordentlich hohes Niveau erreicht. In den kommenden Wochen veröffentlichen die großen Unternehmen ihre Bilanzen. Es werden keine Bilanzen mit Trauerrändern auf den Tisch gelegt, das steht heute bereits fest. Die Aktionäre können sich schon jetzt auf ihren Anteil am wirtschaftlichen Erfolg freuen. Wir werden dafür sorgen, dass auch die Beschäftigten ihren Anteil an diesen Erfolgen erhalten werden. Denn: Geteilte Freude ist doppelte Freude.“

Nach dem Rekordjahr 2011 hat sich die Lage in der chemischen Industrie auf hohem Niveau stabilisiert. Die Aussichten, so IG-BCE-Tarifexperte Peter Hausmann, „sind gut. Die Erwartungen in den Unternehmen belegen eine positive Grundstimmung. Dies muss sich in der Einkommensentwicklung widerspiegeln. Die Chemie-Beschäftigten leisten gute Arbeit, sie haben sich eine faire Entgelterhöhung verdient. Schließlich geht es auch darum, etwas für die Binnenkonjunktur zu tun.“

Der demografische Wandel hat die Betriebe voll erfasst. Diese Herausforderung lässt sich nach Auffassung von Peter Hausmann nicht mit einer simplen Ausdehnung der Arbeitszeit bewältigen. „Um es ganz deutlich zu sagen: Eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche wird es mit der IG BCE nicht geben.“

Vielmehr werde es darauf ankommen, für gute und gesunde Arbeit zu sorgen. Für die Älteren, aber auch für die jungen Leute. Dem Fachkräftemangel könne mit attraktiven Arbeitsbedingungen entgegengewirkt werden.

Die Forderungsempfehlung des IG-BCE-Hauptvorstands im Wortlaut:

  1. Eine Orientierung für die Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen sieht der Hauptvorstand bei 6 Prozent.
  2. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages sollte zwölf Monate betragen.
  3. Der Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ soll weiterentwickelt werden. Schwerpunkte liegen bei der zeitlichen Entlastung in bestimmten Lebensphasen und bei der Gestaltung attraktiver Arbeitsbedingungen insbesondere für Berufseinsteiger.


Die Forderungsempfehlung wird jetzt in den Betrieben diskutiert und dann in den regionalen Tarifkommissionen zusammengeführt. Die Tarifverhandlungen beginnen ebenfalls in den Regionen, nach dem Auftakt in Hessen (17. April) folgen die Tarifbezirke Rheinland-Pfalz (18. April), Nordrhein (19. April), Baden-Württemberg (20. April), Bayern (23. April), Nordost und Berlin-West (24. April), Nord (24. April), Saarland (25. April) und Westfalen (26. April). Die erste Verhandlungsrunde auf Bundesebene findet statt am 7. Mai in Hannover.

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