• 17.11.2010
  • Medieninformation XIV/42
Rente mit 67

Freese: Voraussetzungen stimmen nicht

Hannover/Berlin: Zu dem von der Bundesregierung am Mittwoch (17.11.) vorgelegten Bericht "Aufbruch in die altersgerechte Arbeitswelt" erklärt der stellvertretende IG-BCE-Vorsitzende Ulrich Freese:

17.11.2010

"Der Bericht der Bundesregierung untermauert, was betriebliche Experten längst wissen: Ältere haben nach wie vor schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, es gibt schlicht nicht genug Arbeitsplätze. Zudem sind die vorhandenen Arbeitsplätze häufig nicht alters- und alternsgerecht gestaltet - die Arbeitsbedingungen entsprechen nicht den Erfordernissen.

So lange dies so ist, so lange kann und darf das Renteneintrittsalter nicht auf 67 steigen.

Zwar hat sich die Beschäftigung in der Altersgruppe 60 bis 65 Jahre in den letzten Jahren durchaus erhöht. Bei den sozialversicherungspflichtigen Normalarbeitsverhältnissen hat es allerdings keinen nennenswerten Anstieg gegeben, ausgeweitet wurde vor allem der atypische Beschäftigungsbereich. Für viele ältere Arbeitnehmer ist der Weg in die Arbeitslosigkeit vorgezeichnet. Von den Neurentnern des Jahres 2009 war jeder sechste vor Beginn der Altersrente arbeitslos.

Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der älteren Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen oder wegen mangelnder Qualifizierungsmaßnahmen nicht in der Lage sein wird, bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze zu arbeiten.

Bereits heute geht jeder fünfte Arbeitnehmer aus Gesundheitsgründen vorzeitig in Ruhestand. Bei den Chemie-, Kunststoff-, Glas- und Keramikberufen ist es sogar jeder vierte, in der Papierherstellung und -verarbeitung fast jeder dritte Arbeitnehmer.

Betriebliches Gesundheitsmanagement kann einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit leisten. Gerade ältere Arbeitnehmer brauchen mehr Möglichkeiten zur Rehabilitation. Die Budget-Deckelung für Reha-Maßnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung wirkt kontraproduktiv. Diese Reglung muss auf den Prüfstand.

Die IG BCE bleibt dabei: Der Übergang zwischen Arbeit und Rente muss so gestaltet werden, dass er möglichst bruchlos gelingt. Vor Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 müssen ausreichend sozialversicherungspflichtige, alternsgerechte Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Wir brauchen heute schon sozial abgesicherte und flexible Übergänge, damit besonders belastete Gruppen, wie z.B. Schichtarbeiter, zu fairen Bedingungen aus dem Arbeitsleben ausscheiden können."

 

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