• 16.05.2007
  • Medieninformation XI/28
Tarife / Papier-Industrie / Zwei-Stufen-Vertrag

3,2 plus 2 Prozent mehr

Einigung in der Schlichtung / Erfolg nach gewerkschaftlichen Aktionen

Frankfurt. Die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen in der Papier-Industrie steigen rückwirkend zum 1. Mai um 3,2 Prozent. Vom 1. Mai 2008 an erfolgt eine weitere Erhöhung um 2 Prozent. Der Tarifvertrag gilt bis zum 30. September 2008. Zusätzlich erhalten die rund 44.000 Beschäftigten für den Juni 2007 eine Einmalzahlung von 95 Euro (Auszubildende 35 Euro). Das haben IG BCE und Papier-Arbeitgeber in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (16. Mai) vereinbart. In freien Verhandlungen konnte kein Ergebnis erzielt werden, das Tarifpaket 2007 wurde im Schlichtungsverfahren geschnürt.

16.05.2007

Außerdem haben IG BCE und Papier-Arbeitgeber den Tarifvertrag über Altersvorsorge und vermögenswirksame Leistungen fortgeschrieben und modernisiert. Macht ein Arbeitnehmer von seinem tariflichen Anspruch auf vermögenswirksame Leitungen (478,57 Euro) Gebrauch, wird dieses Geld verbindlich für die Altersvorsorge eingesetzt. Über diesen Betrag hinaus gibt es eine besondere Förderung. Für jede 100 Euro die ein Arbeitnehmer zusätzlich für seine Altersvorsorge aufbringt, erhält er vom Arbeitgeber weitere 13 Euro.

Zugleich fordern die Tarifparteien den Gesetzgeber auf, für eine Gleichstellung der tariflichen Altersvorsorge mit der Privatvorsorge dauerhaft zu sorgen. Bleibt es bei den bisherigen Plänen, die Beitragsfreiheit der tariflichen Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung ab 2009 zu streichen, würde erheblicher sozialpolitischer Schaden entstehen.

IG BCE und Papier-Arbeitgeber wollen den Flächentarifvertrag stärken und die Arbeitsplätze sichern. Die Tarifparteien haben dazu eine gemeinsame Erklärung vereinbart.

IG-BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden bewertete den Abschluss als „einen Erfolg gewerkschaftlicher Solidarität. Wir haben erst nach erheblichem Druck ein ordentliches und faires Ergebnis erzielen können. Die prozentualen Erhöhungen sind angemessen, sie entsprechen der Lage der Branche und passen in den gesamtwirtschaftlichen Rahmen. Die Forderungen der Arbeitgeber nach einer flächendeckenden 40-Stunden-Woche sind vom Tisch. Auch von einer generellen Möglichkeit, die Vergütungen abzusenken, ist keine Rede mehr."

 

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