Internationale Wochen gegen Rassismus

Ausbildung statt Hass

IG BCE und Conti setzen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus ein Zeichen zugunsten der Flüchtlinge. Die alljährlichen Aktionswochen sollen Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus schaffen. Sie finden immer rund um den 21. März statt – dem Internationalen Tag gegen Rassismus.

Helge Krückeberg

IG BCE und Conti stehen zur (Charta der) Vielfalt. Stehen zur (Charta der) Vielfalt: Die Conti war auch das erste Unternehmen, das die Charta der Vielfalt – die 2008 erstmals verabschiedet wurde – erneut unterzeichnete.
21.03.2016
  • Von: Marcel Schwarzenberger
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In der Flüchtlingspolitik ist die IG BCE auch vor Ort aktiv. Durch Initiativen, Spendenkampagnen, Hilfsprojekte oder den ganz privaten Einsatz von Gewerkschafterinnen  und  Gewerkschaftern: "Das Gebot der Zeit sind Vielfalt und Toleranz", mahnte Petra Reinbold-Knape vom Hauptvorstand der IG BCE bei deren zentraler Veranstaltung während der Internationalen Wochen gegen Rassismus im März. Bei der Continental AG in Hannover-Stöcken trafen sich rund 80 Betriebsräte, Gewerkschafter, Conti-Auszubildende und Firmenmitarbeiter, um gegen Rassismus Position zu beziehen. Das sei angesichts der jüngsten Wahlerfolge einer rechtspopulistischen Partei wie der AfD bitter nötig, sagte Reinbold-Knape. "Die Populisten schüren Angst. Aber damit bewältigen wir die Flüchtlingskrise nicht!"

Zwei Pfeiler seien wichtig: "Wir müssen für die Flüchtlinge Ausbildung und Arbeit organisieren – und dafür zusätzliche Plätze schaffen", sagte Reinbold-Knape bei einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Diversity im Betrieb – kein Platz für Rassismus". Doris Schröder-Köpf, niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, sah in der jahrzehntelangen Erfahrung mit Einwanderern auch eine Chance, genau das zu schaffen.

Helge Krückeberg

IG-BCE-Hauptvorstandsmitglied Petra Reinbold-Knape: "Mit Angst bewältigen wir die Flüchtlingskrise nicht." IG-BCE-Hauptvorstandsmitglied Petra Reinbold-Knape: "Mit Angst bewältigen wir die Flüchtlingskrise nicht."

Die Botschaft griff Conti-Arbeitsdirektorin Ariane Reinhart auf. Das Unternehmen beschäftigt Mitarbeiter aus 59 Nationen. "Und wir sehen auch in den Flüchtlingen viel Potenzial." Man dürfe nur nicht versäumen, diese Menschen zu integrieren. Ein Punkt, den Ralf Becker, IG-BCE-Landesbezirksleiter Nord, teilte. Fehler, wie die "Ghettoisierung" von Migranten dürften sich nicht wiederholen.

Einen Schwerpunkt  sahen Bärbel Höltzen-Schoh von der Agentur für Arbeit Hannover und Conti-Betriebsrat Hasan Allak in der Sprachausbildung. "Diversität in Betrieben ist gut. Aber die Sprache ist elementar", sagte Allak. Viele Betriebe suchten bereits nach Lösungen dafür, berichtete Reinbold-Knape. Auch die IG-BCE-Hauptverwaltung in Hannover nahm für einige Monate mehrere Flüchtlingen auf. "Vor allem müssen wir Begegnungen ermöglichen", sagte Reinbold-Knape. Mit den Sozialpartnern sollen Möglichkeiten und Wege abgestimmt werden. Die IG BCE ist auch Partner von Gemeinschaften wie der Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat, die sich gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt richtet. "Es ist unsere Pflicht, die Menschen unabhängig von ihrer Herkunft zu unterstützen", betonte Reinbold-Knape. Bei der Conti werde das vertreten, sagte Betriebsrat Allak.

Die Conti war auch das erste Unternehmen, das die Charta der Vielfalt – die 2008 erstmals verabschiedet wurde – erneut unterzeichnete. Die Charta sei ein Signal dafür, dass auch für Einwanderer und Flüchtlinge gute Arbeitsmöglichkeiten in den Betrieben geschaffen würden, sagte Reinbold-Knape. Vielfalt in der Belegschaft verbessere zudem die Wettbewerbsfähigkeit, meinte Becker. Auf die Frage, ob eine Charta in acht Jahren wieder unterzeichnet werden müsste, antworte Allak: "Ich wünsche mir, dass diese Frage kaum noch Bedeutung hätte, weil Vielfalt dann selbstverständlich wäre."

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