VIVAWEST-Marathon

Glückauf-Zukunft-Lauf

Die Grubenwehr, die Feuerwehr der Bergleute, bereitet sich auf den Sonderlauf des VIVAWEST-Marathons vor.

Dirk Bannert

Allzeit bereit - die Grubenwehr trainiert hart für den Ernstfall. Allzeit bereit – die Grubenwehr trainiert hart für den Ernstfall.
02.05.2018
  • Von: Leo Kölzer
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Für die meisten Grubenwehrleute ist es eine Ehrensache, im Rahmen des VIVAWEST-Marathons am 27. Mai für den "Glückauf-Zukunft-Lauf!" an den Start zu gehen. Natürlich auch für Andreas Betka, der als Leiter der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen bei der RAG tätig ist. Er geht davon aus, dass alle verfügbaren Grubenwehrleute an dem Sonderlauf zum Förderende im Steinkohlenbergbau teilnehmen werden.

Neben den 300 bis 400 Mitarbeitern der Grubenwehr sollen aber auch andere Mitglieder aus der Bergbaufamilie mitmachen: Bergleute der RAG, Mitarbeiter der RAG-Stiftung, von VIVAWEST, von Evonik Industries und natürlich von der IG BCE. Als Zeichen der Solidarität sind auch der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis und Vorstandsmitglied Francesco Grioli beim VIVAWEST-Marathon dabei. Nicht zum ersten Mal, aber für beide ist der diesjährige Lauf von besonderer Bedeutung. "2018 ist das Jahr, in dem eine Ära deutscher Industriekultur zu Ende geht", sagt Vassiliadis. "Der Steinkohlenbergbau hat über Jahrzehnte das Leben im Ruhrgebiet geprägt. Er war Motor des deutschen Wirtschaftswunders und zugleich des sozialen Fortschritts." Auch Francesco Grioli will mit seiner Teilnahme "ein Zeichen setzen, dass die Werte und das Miteinander der Bergleute in unserer IG BCE weiterleben". Beide trainieren im Übrigen schon so fleißig für den Marathon – wie viele andere Kolleginnen und Kollegen aus dem Ruhrgebiet.

Dirk Bannert

Oft ist unter Tage nur auf Knien ein Durchkommen möglich. Oft ist unter Tage nur auf Knien ein Durchkommen möglich.

Die Idee zu dem Lauf ist im Rahmen der Initiative "Glückauf Zukunft!" entstanden. Eine Initiative, die von der IG BCE gemeinsam mit der RAG und Evonik ins Leben gerufen wurde. Mit einem breiten Programm würdigen sie bis Ende 2018 die Errungenschaften des Steinkohlenbergbaus und senden gleichzeitig ein Signal des Aufbruchs an die Region. Für diese Aufbruchsstimmung steht auch der Lauf und passt damit ideal ins Konzept. Der Startschuss für den "Glückauf-Zukunft-Lauf!" fällt auf Prosper-Haniel in Bottrop, der letzten fördernden Schachtanlage im Ruhrgebiet. Von dort aus führt die rund elf Kilometer lange Strecke zunächst durch die Stadt in Richtung Gladbeck. Dann geht es auf dem direkten Weg in Richtung VIVAWEST-Fanmeile. Im Ziel erwartet die Läufer ein großes Familienfest.

Dass seine Jungs die Strecke schaffen, daran hat Peter Wiebusch keine Zweifel. Er ist der Oberführer der Zentralen Grubenwehr der RAG und nimmt selbst auch am Lauf teil. Körperliche Fitness ist für die Männer von der Grubenwehr eine der wichtigsten Voraussetzungen. Fünfmal im Jahr müssen sie im Trainingszentrum, auf der ehemaligen Zeche Pluto in Herne, eine Grubenwehrübung durchführen. Schon die etwa 8500 Euro teure Ausrüstung mit feuerfester Kleidung und Atemgerät wiegt satte 30 Kilo. Voll bepackt fließt gleich zu Beginn der ersten Übung Schweiß. Da wird sich nämlich in voller Montur am Ergometer aufgewärmt. Bei Raumtemperaturen von 30 Grad Celsius.

Dirk Bannert

Zweifel, dass sie die Marathonstrecke der Männer nicht schaffen, hat keiner der Bergmänner. Zweifel, dass sie die Marathonstrecke der Männer nicht schaffen, hat keiner der Bergmänner.

Der folgende Hindernisparcours wird dann zur richtig großen Herausforderung. Wie unter realen Bedingungen müssen die Retter durch ein enges Labyrinth robben. Die Temperaturen werden denen unter Tage angepasst und noch einmal auf bis zu 45 Grad erhöht. "Quäle deinen Körper – sonst quält er dich!" steht zur Motivation an der Wand des Trainingsraumes, in dem Peter Wiebusch, Stellvertreter Roberto Cillis und weitere Grubenwehrleute strampeln. Zwei Stunden dauert der Test, bei dem ein Grubenwehrmann schon mal zwei Kilo Gewicht verliert. "Schweiß ist, wenn Muskeln weinen", scherzt Grubenwehrmann Gerd Scheinert, der derweil in der Kraftkammer des Trainingszentrums seine Oberschenkel- und Bauchmuskulatur stärkt. Bei dem Marathon kommt es den Grubenwehrleuten nicht auf die Laufzeit an. Im Gegenteil, denn: "Dabei sein und ankommen ist das Wichtigste", sagt Peter Wiebusch.

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