• 25.04.2017
  • Medieninformation XXI-15
Fachkonferenz zur Digitalisierung

Klare Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten

Die IG BCE fordert angesichts der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft ein Recht auf Nichterreichbarkeit und klare Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten. „Für eine Industrie 4.0 muss es auch eine Mitbestimmung 4.0 geben. Das heißt für uns: klare Verhältnisse beim mobilen Arbeiten und klare Verhältnisse bei den Arbeitszeiten und der Erreichbarkeit.“ erklärte Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, angesichts der aktuell stattfindenden Hannover Messe.

Christian Burkert

Teilnehmer der Konferenz informieren sich auf der Hannover über die neuesten Technologien. Teilnehmer der Konferenz informieren sich auf der Hannover Messe über die neuesten Technologien.

Die IG BCE veranstaltet parallel zu der weltgrößten Industrieausstellung eine Fachkonferenz zur Digitalisierung. In Bad Münder bei Hannover wurden verschiedene Aspekte der Digitalisierung diskutiert. Im Vordergrund steht dabei der Beschäftigtendatenschutz, der in Zeiten von „Big Data“ Betriebsräte wie auch Datenschutzbeauftragte vor neue Herausforderungen stellt. Bei einem Rundgang über die Hannover Messe verschafften sich die Teilnehmer der Konferenz einen Überblick über die neuen technischen Möglichkeiten der digitalisierten Industrie. Roboter, die mit Arbeitnehmer Hand in Hand arbeiten, sowie mit Sensoren bestückte und vernetzte Produktionsanlagen zeigen den Weg zur sogenannten „Smart Factory“, der intelligenten Fabrik.

Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, und Gastredner bei der IG-BCE-Veranstaltung, sieht darin auch neue Herausforderungen für die Politik. Den Teilnehmern der Konferenz sagte er: „Die Digitalisierung bietet viele Chancen. Die Arbeitsbedingungen müssen sich aber anpassen, auch das Arbeitsrecht. Wir brauchen flexiblere Formen der Arbeitszeit.“ Eines müsse aber auch klar sein, so Lies weiter: „Die Digitalisierung darf nicht als Trittbrett missbraucht werden, um Arbeitsschutzrechte in großem Stil abzubauen. Arbeiten und kontrollierbare Arbeitnehmer rund um die Uhr - das kann nicht die Zukunft sein“.

Einen weiteren Schwerpunkt legt die Gewerkschaft auf Weiterbildung. Die IG BCE fordert daher eine Qualifizierungsoffensive auf allen Ebenen. Das beginnt schon bei den Schulen, die ordentliche Hardware und Breitbandanbindung ebenso wie zeitgemäße Lernkonzepte benötigen. In den Berufsschulen müssen deutlich mehr digitale Inhalte gelehrt werden und die Weiterbildung in den Betrieben muss höchste Priorität bekommen. Nicht zuletzt fordert die Gewerkschaft Investitionen in die Qualifizierung Arbeitsloser. „Lernen, Leben und Arbeiten – dieser Dreiklang muss für alle gelten dürfen.“ sagt Vassiliadis.

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