Mindestlohn

Ohne Wenn und Aber

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung für einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro beschäftigt heute (5. Juni) erstmals den Bundestag. Darin vorgesehen sind Ausnahmen für Jugendliche bis 18, Langzeitarbeitslose und Praktikanten. Die IG BCE und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnen das entschieden ab und fordern einen Mindestlohn für alle Beschäftigten. "Altersabhängige Ausnahmen sind absurd: Da könnte man ihn ja auch von der Schuhgröße bestimmen lassen", sagt Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE.

DGB/Jan Zappner

Die DGB-Jugend projezierte an die Front des Reichstagsgebäudes ihre Forderung nach einem Mindestlohn ohne Ausnahmen. Der Sitz des Bundestages erstrahlte am Dienstagabend (3. Juni)  in besonderem Licht: Die DGB-Jugend projezierte an die Front des Reichstagsgebäudes ihre Forderung nach einem Mindestlohn ohne Ausnahmen für Jugendliche und Langzeitarbeitslose.
05.06.2014
    Kommentare: 0
Artikel bewerten
Danke für die Bewertung
Ihre bereits abgegebene Bewertung wurde aktualisiert.
Schlagworte

Stattdessen solle später die zuständige Kommission schauen, ob es begründete Entwicklungen gebe, die Ausnahmen rechtfertigen, sagt Vassiliadis. "Das geht nicht mit Vermutungen, was sein könnte. Und da helfen auch keine Gutachten, die nur dem Zweck dienen, den Mindestlohn zu durchlöchern."

DGB-Chef Reiner Hoffmann warnte davor, dass Langzeitarbeitslose "in prekären Warteschleifen gefangen" seien, wenn sie für die ersten sechs Monate einer Beschäftigung vom Mindestlohn ausgenommen würden. "Sie würden für sechs Monate zu Löhnen unter dem Mindestlohn beschäftigt und anschließend wieder arbeitslos. Das ist falsch", sagte er der Rheinischen Post (Donnerstag).

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde soll generell vom 1. Januar 2015 an in Deutschland gelten. Branchen mit länger laufenden Tarifverträgen von der gesetzlichen Lohnuntergrenze für zwei weitere Jahre nach unten abweichen. Spätestens Ende 2016 ist damit dann aber auch Schluss - dann gilt bundesweit der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro flächendeckend.

Ausgenommen sein sollen laut Gesetzentwurf dann aber weiterhin Jugendliche unter 18 Jahren und Langzeitarbeitslose für die ersten sechs Monate einer Beschäftigung. Für Praktika mit bis zu einer sechswöchigen Dauer sowie für Pflichtpraktika im Rahmen eines Studiums oder einer Berufsausbildung soll der Mindestlohn ebenfalls nicht gelten.

Mehr Informationen

Sie sind nicht eingeloggt

Nach oben