Lohnuntergrenze

Mindestlohn wirkt schon vor Einführung

Der gesetzliche Mindestlohn zeigt bereits vor seiner Einführung Wirkung. So seien laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) die allgemeinverbindlichen Branchenmindestlöhne 2013 zwischen 2 und 14 Prozent angehoben worden. In 11 von 14 Branchen mit Mindestlöhnen lagen die untersten Gehaltsstufen damit bereits über der Schwelle von 8,50 Euro.

Oliver Dietze/dpa

 Der DGB wirbt mit mit Aktionen für flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro.
04.06.2014
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Die vielfach von Gegnern des Mindestlohns hervorgebrachte Kritik, der Mindestlohn koste Arbeitsplätze kann das WSI nicht bestätigen: "Die Begleitforschung im Auftrag der Bundesregierung hat ergeben, dass es durch Branchenmindestlöhne nicht zu Arbeitsplatzverlusten gekommen ist“, sagt Dr. Reinhard Bispinck, der Leiter des WSI-Tarifarchivs. "Das und die stufenweise tarifliche Annäherung in Niedriglohnbranchen lassen erwarten, dass der allgemeine gesetzliche Mindestlohn sein Ziel ohne kritische Nebenwirkungen erreichen wird.“

Auch in einigen Wirtschaftsgebieten, die bislang zum harten Kern der Niedriglohnbeschäftigung gezählt werden mussten, seien Stufenpläne vereinbart worden, um das gesetzlich geforderte Niveau in ganz Deutschland zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Bispinck nannte die Fleischindustrie, das Friseurgewerbe sowie die Leiharbeit. Verhandelt werden muss noch im Bewachungsgewerbe, in dem es zuletzt in vielen Tarifgebieten Mindestlöhne noch unter 8,50 Euro gab.

Auf Basis des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes bestehen inzwischen in 13 Branchen Mindestlöhne, ergibt die aktuelle Übersicht des WSI. Hinzu kommt der Mindestlohn für die Leiharbeit auf Basis des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes. Insgesamt arbeiten in diesen Branchen rund 4 Millionen Beschäftigte.


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