IG-BCE-Revierkonferenz Cottbus

Nicht an unsere Kohle!

Die IG BCE streitet für bezahlbaren Strom und gute Arbeitsplätze: Am 3. November nahmen zeitgleich zu einer Großveralstaltung in Leverkusen mehr als 1200 Beschäftigte an zwei Revierkonferenzen in Cottbus und Böhlen teil. Ein starkes Zeichen – und ein Vorgeschmack auf die Mobilisierungskraft der IG BCE für eine Energiewende, die Arbeitsplätze, Wettbewerbsfähigkeit und Klimapolitik miteinander verbindet, anstatt sie gegeneinander auszuspielen, sagte Petra Reinbold-Knape, Leiterin des IG-BCE Landesbezirks Nordost in Cottbus. Bei der dortigen Revierkonferenz standen zudem die Vattenfall-Verkaufspläne für die Braunkohle-Tagebaue und -Kraftwerke im Mittelpunkt.

Andreas Franke

Die Rede von Michael Vassiliadis wurde live nach Cottbus übertragen. Die Rede von Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, die er auf der Leverkusener Revierkonferenz hielt, wurde live nach Cottbus übertragen.
05.11.2014
  • Von: Susanne Schneider-Kettelför

Zeitgleich zur Revierkonferenz in Leverkusen kamen in Brandenburg und Sachsen mehr als 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen. Die Rede von Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, die er auf der Leverkusener Revierkonferenz hielt, war live auf große Leinwände nach Cottbus und Böhlen übertragen worden.

Im Anschluss trat in Cottbus Rüdiger Siebers an Rednerpult. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Vattenfall Europe Mining AG ging auf die große Verunsicherung ein, die unter seinen Kolleginnen und Kollegen herrscht - nicht erst seit Bekanntwerden der Verkaufspläne von Vattenfall für die Braunkohle-Tagebaue und -Kraftwerke in der Lausitz und in Sachsen. "Wir sind nicht die Schmuddelkinder der Energiewende", rief Rüdiger Siebers den Konferenzteilnehmern zu. "Unsere Braunkohle sichert die Energieversorgung in Deutschland und ist Garant für bezahlbaren Strom. Tausende gute Arbeitsplätze stehen in der Lausitz auf dem Spiel, wenn die ungerechtfertigten Angriffe gegen uns weitergehen und die Politik den Tatsachenverdrehern in den Nichtregierungsorganisationen nicht Einhalt gebietet.“

Zu den Verkaufsabsichten des Vattenfall Konzerns für seine Tagebaue und Kraftwerke sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende: „Ein Verkauf an jemanden, der weiß was er kauft und unser Potential richtig einschätzt, bietet derzeit mehr Chancen als Risiken. Wichtig ist, dass dies möglichst schnell und zu vernünftigen Bedingungen erfolgt. Denn die Zitterpartie hier muss ein Ende haben.“ Er kündigte an, dass Betriebsräte und IG BCE für die Tarifverträge kämpfen werden.

Jugend- und Auszubildendenvertreter Marco Bedrich sprach für die Jugendlichen und Auszubildenden in der Region: „Wie soll unsere Zukunft hier aussehen, wenn es keine Braunkohle mehr gibt? Bisher konnte mir noch keiner in kritischen Diskussionsrunden, an denen ich teilgenommen habe, eine Lösung präsentieren. Wir wollen als junge Menschen hier in der Region leben, Familien gründen, Häuser bauen – damit die Jugend hier nicht ausstirbt.“

Start für die deutschlandweite Unterschriftenaktion

Petra Reinbold-Knape, Landesbezirksleiterin der IG BCE Nordost, rief zum Abschluss der Cottbuser Konferenz zur Unterstützung der Unterschriftenaktion auf: "Heute haben wir gemeinsam die Mobilisierungskraft der IG BCE für bezahlbaren Strom, für gute Arbeitsplätze und eine Zukunft für die Menschen in den Kohleregionen gezeigt. Im vergangenen Jahr haben wir 68.000 Unterschriften in der Lausitz für den Erhalt der Braunkohlenindustrie gesammelt. Jetzt geht es darum, einen neuen, weit größeren Auftakt zu machen. Der Bundesregierung muss klar werden, wie sehr unsere Energieversorgung auf den Strom aus den konventionellen Energieträgern angewiesen ist."

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