Arbeitstagung Berufliche Bildung

Digitalisierung und Demografie

Sie bedeuten eine Veränderung der Arbeitswelt, aber auch auch in der beruflichen Bildung: Die Digitalisierung und der demografische Wandel. Diese Veränderungen und die Möglichkeiten für Ausbildende und Betriebsräte diskutierten etwa 50 Teilnehmende bei der Arbeitstagung Berufliche Bildung.

IG BCE

Arbeitstagung Berufliche Bildung 2016 Arbeitstagung Berufliche Bildung 2016
04.11.2016
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 "Unser Ziel ist klar: Digitalisierte Arbeit muss auch Gute Arbeit sein", eröffnete Ralf Sikorski, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE, die Veranstaltung. "Die Gestaltung der Arbeit bleibt jetzt und in Zukunft unser gemeinsamer Auftrag. Dabei müssen wir mit unseren Vorstellungen auch immer weiterdenken. Sei es in der Arbeitszeitpolitik, bei der beruflichen Bildung oder bei der betrieblichen Weiterbildung."  Dabei bekomme die Vermittlung verschiedener Kompetenzen einen höheren Stellenwert.

In Hinblick auf den demografischen Wandel betonte Sikorski: „Wir loben das duale Ausbildungssystem, benötigen jedoch eine stärkere Unterstützung des Ausbildungspersonals. Die Anforderungen werden auch durch einen rasant steigenden Weiterbildungsbedarf qualitativ und quantitativ wachsen.“

Prof. Dr. Matthias Becker von der Universität Hannover erläuterte den Einfluss der Digitalisierung auf die Entwicklung der Ausbildung. Dr. Martin Kuhlmann vom Soziologischen Forschungsinstitut an der Georg-August-Universität Göttingen sprach zum Thema „Qualifizierung in einer digitalisierten Arbeitswelt“. Beide zeigten auf, wie in Zukunft die Digitalisierung die Ausbildung verändern könnte.

Dr. Monika Hackel vom Bundesinstitut für Berufsbildung stellte die aktuelle Herausforderung im Bereich der Ausbildungsordnungen vor.

In einer Podiumsdiskussion diskutierten Axel Becker, Ausbildungsleiter technische Ausbildung bei B.Braun Melsungen, Dr. Monika Hackel und Katrin Locker, Abteilung Arbeitspolitik, IG BCE über die Auswirkungen von Digitalisierung in der Ausbildung im Betrieb.

Lars Ruzic führte durch die Diskussion. Die drei Diskutanten waren sich schnell einig, dass es gegensätzliche Entwicklungen in den unterschiedlichen Branchen gibt. Digitalisierung startet nicht überall gleich. Ausbildungsordnungen sind technikoffen gestaltet, sodass nicht alle sofort überarbeitet werden müssen. Bei kommenden Neuordnungsverfahren muss man zweigleisig fahren, um die Entwicklungen innerhalb der Branchen abzufangen und Betriebe von ihrem Wunsch auszubilden nicht abzuhalten.

Gerade in der digitalisierten Zeit sind Fach-, Sozial, Selbst- und Methodenkompetenz wichtig und müssen innerhalb der Ausbildung vermittelt werden. Innerhalb der Aus-und Weiterbildung wird die Vermittlung von Prozessdenken noch wichtiger, sodass FacharbeiterInnen erkennen und verstehen, was vor und nach ihrem Arbeitsprozess passiert. Axel Becker betitelte den Digitalisierungsprozess passend: „Nichts ist so stetig wie die Veränderung.“

Am zweiten Tag arbeiteten die Teilnehmer in vier Foren zu den Themen „Migration“ (Leitung Michael Wolters, Abteilungsleiter Zielgruppen, IG BCE), „Inklusion“ (Leitung Volker Denzau), „Ausbilderweiterbildung“ (Leitung Dietmar Hartmann) und „Umgang mit heterogenen Ausbildungsgruppen“ (Leitung Volker Freudenberger).

Die Diskussionen auf der Arbeitstagung verdeutlichten, wie wichtig und dringend das Thema demografischer Wandel auch im Bereich der Ausbildung ist. Es wurde aufgezeigt, wo die Probleme liegen und woran weiter gearbeitet werden muss. Denn nur mit qualifizierten und ausreichenden Ausbildungspersonal kann die duale Ausbildung auch weiterhin ein Erfolgsmodell bleiben.

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