Einkommensentwicklung Chemie

Realentgelte stiegen um 8,2 Prozent

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Realeinkommen in Deutschland von 2000 bis 2010 um 4,2 Prozent zurückgegangen. Doch dabei ist die Lage in den einzelnen Branchen und Sektoren durchaus unterschiedlich.

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21.12.2011
  • Von: md
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Es zeigt sich, dass in tarifgebundenen Bereichen die Realeinkommen nicht gesunken, sondern im Gegenteil deutlich gestiegen sind. Die Entgelte der rund 550.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie (West) sind von 2000 bis heute um 31,1 Prozent gestiegen, die Preissteigerungsrate betrug in diesem Zeitraum 22,9 Prozent. Folglich beträgt das reale Entgeltplus 8,2 Prozent.

Ein Chemikant  - früher: Chemiefacharbeiter  - bezog im Jahr 2000 ein monatliches Entgelt von 2266 Euro. Heute bekommt er 2971 Euro. Das Beispiel bezieht sich auf die Endstufe der Entgeltgruppe 6 (Tarifbezirk Nordrhein). Schicht- und andere Zuschläge sind nicht eingerechnet.

In der Grafik „Tariferhöhungen“ sind lediglich die prozentualen (= tabellenwirksamen) Anhebungen berücksichtigt. Zusätzlich hatte die IG BCE auch Einmalzahlungen vereinbart. Dies waren im Jahr 2002  85 Euro, 2003  40 Euro, 2004  7,2 Prozent eines Monatseinkommens, 2005  24 bis 32 Prozent eines Monatseinkommens, 2007  70 Euro und 9,8 bis 12,8 Prozent eines Monatseinkommens, 2008  7 bis 9,1 Prozent eines Monatseinkommens und 2010  550 bis 715 Euro plus  Konjunkturbonus 200 bis 260 Euro (unternehmensabhängig).

Neben der Einkommensentwicklung hat die IG BCE zugleich in anderen Tarifthemen Standards gesetzt und dabei auch Neuland erschlossen. Dies gilt beispielsweise für Regelungen zur

  • Beschäftigungssicherung
  • Förderung der Ausbildung
  • Förderung der Übernahme nach der Ausbildung oder zur
  • tariflichen Förderung der Altersvorsorge.

Mit dem Tarifvertrag „Demografie und Lebensarbeitszeit“ (2008) hat die IG BCE auch sozialpolitische Maßstäbe gesetzt.

Diese Abkommen sind materiell unterfüttert, diese Summen sind in der Grafik „Tariferhöhungen“ ebenfalls nicht berücksichtigt. Allein zur Finanzierung des „Demo“-Vertrags speisen die Arbeitgeber pro Beschäftigten und Jahr über 300 Euro  - der Betrag ist dynamisiert, die Erhöhung folgt der Entwicklung der tariflichen Entgeltsätze - in einen betrieblichen Fonds.

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