Gewerkschaften international

Nur gemeinsam stark

In Zeiten zunehmender Globalisierung müssen die Gewerkschaften ihre internationale Zusammenarbeit weiter ausbauen. Denn „ein fairer Welthandel liegt nicht nur im Interesse der Unternehmen, sondern auch im Interesse der Gewerkschaften. Fairer Handel heißt aus unserer Sicht: Kein Lohn- und Sozialdumping“, sagte Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE am Dienstag (12. August) vor rund 2500 Delegierten auf dem Kongress der nordamerikanischen Gewerkschaft United Steelworkers in Las Vegas. 

United Steelworkers

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, spricht auf dem Kongress der nordamerikanischen Gewerkschaft United Steelworkers Internationale Solidarität: Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, spricht auf dem Kongress der nordamerikanischen Gewerkschaft United Steelworkers in Las Vegas über das Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU.

„Wir halten seit vielen Jahren mit den Steelworkers unter Führung von Leo Gerard einen guten Kontakt und unsere Zusammenarbeit ist im Laufe der Zeit gut vorangekommen“, betonte Vassiliadis. In Zeiten zunehmender Globalisierung müsse diese Zusammenarbeit intensiviert werden. „Wir werden uns inhaltlich besser absprechen müssen und - last but not least - unsere Bereitschaft, voneinander zu lernen ausbauen müssen.“

Vor allem die laufenden Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und  den USA mache dies deutlich. Zwar biete das Abkommen eine große Chance, ein positives Beispiel für den gesamten Welthandel zu liefern. „Gleichwohl haben die Verhandlungspartner nicht begriffen, dass ein so wichtiges Abkommen nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden kann“, sagte Vassiliadis.

„Ein großer Kritikpunkt, den auch wir Gewerkschaften teilen, ist das Investorenschutzabkommen. Es ist nicht vermittelbar, wenn multinationale Konzerne Entscheidungen demokratisch gewählter Regierungen vor einem undurchsichtigen Schiedsverfahren infrage stellen dürfen. Weder Gewerkschaften noch andere gesellschaftliche Gruppen besitzen vergleichbare Rechte“, sagte Vassiliadis.

Es könne auch nicht sein, dass Unternehmen zukünftig Standards zum Beispiel beim Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz bestimmen oder beim Datenschutz das letzte Wort hätten. Hier müssten selbstverständlich die Regierungen in den Parlamenten die Entscheidungen treffen. „Das sind unverzichtbare Bestandteile unserer demokratischen Systeme und das müssen sie auch bleiben“, sagte Vassiliadis und wies darauf hin, dass der amerikanische Dachverband AFL/CIO mit dem Europäischen Gewerkschaftsbund zu dieser Thematik eine gemeinsame Position erarbeite. „Auf dieser Grundlage müssen wir gemeinsam Einfluss auf die Verhandlungen nehmen, um die Ergebnisse letztlich arbeitnehmerfreundlich zu gestalten. Wir werden unsere demokratischen Möglichkeiten einbringen, damit nicht einseitig Unternehmen Regeln setzen.“

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