• 12.10.2017
  • Medieninformation XXI/52
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6. Ordentlicher Kongress der IG BCE / Antragsberatung

Antrag „Arbeit der Zukunft“

Der Gewerkschaftskongress der IG BCE hat ein umfangsreiches Forderungspaket zur Gestaltung der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter beschlossen. Die 400 Delegierten haben heute in Hannover einen entsprechenden Antrag des Hauptvorstands angenommen. „Für die IG BCE geht es darum, die mit der Digitalisierung entstehenden Chancen zu identifizieren, diese zu nutzen und die Risiken zu reduzieren“, heißt es in dem Antrag.

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12.10.2017

Einige Kernforderungen im Überblick:

  • Arbeitszeit human gestalten: Die Digitalisierung befördert die Vermischung von Arbeits- und Freizeit. Um dies zu unterbinden und eine permanente Arbeitsbereitschaft zu verhindern, müssen Regelungen zu Höchstarbeits- und Ruhezeiten getroffen werden, die das heutige Schutzniveau nicht unterschreiten. Arbeit muss auch dann erfasst werden, wenn sie nicht am typischen Arbeitsort erbracht wird. Für das Mitverfolgen und/oder Beantworten von elektronischen Nachrichten müssen pauschale Zeitzuschläge vereinbart werden.
  • Mobile Arbeit regulieren: Die bewährten Grundsätze ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung müssen auch im Home Office oder an anderen Arbeitsorten jenseits des Stammarbeitsplatzes gelten. Im Zweifel sollen die Beschäftigten das Recht haben, unter ungünstigen Rahmenbedingungen eine Leistung nicht zum geforderten Zeitpunkt zu erbringen. Grundsätzlich sollten weitere Möglichkeiten zur Arbeit im häuslichen Umfeld geschaffen werden, gleichzeitig muss es aber auch einen „Rückkehranspruch“ an einen betrieblichen Arbeitsplatz geben.
  • Gesundheit schützen und fördern: Digitalisierung bietet die Möglichkeit, Arbeit humaner zu gestalten. „Das muss aktiv genutzt werden“, heißt es in dem Antrag. So können  beispielsweise Industrieroboter dazu eingesetzt werden, Beschäftigte dort zu entlasten, wo die Arbeit körperlich anspruchsvoll ist. Gleichzeitig bringt eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt mehr Eigenverantwortung und Selbstorganisation für den Einzelnen mit sich. Das kann auch zu Überforderung führen – vor der die Arbeitnehmer geschützt werden müssen.
  • Datenwillkür einschränken: Die Digitalisierung sorgt für eine zunehmende Datenflut in Unternehmen – auch hinsichtlich der Beschäftigten. Persönliche Daten, die im Zuge des Arbeitsprozesses anfallen, müssen dem Beschäftigten bekannt sein und dürfen nicht gespeichert oder weiterverarbeitet werden. Betriebliche Regelungen müssen unter Mitwirkung der Betriebsräte die Datenwillkür einschränken und Missbrauch verhindern.
  •  Weiterbildung ausbauen: Die eine schnellere Veränderung von Arbeitsplätzen und -anforderungen erfordert mehr Engagement bei der betrieblicheren Weiterbildung. Nötig ist ein verbindlicher Weiterbildungsanspruch der Beschäftigten sowie eine Weiterbildungsverpflichtung der Betriebe. Auch Ausbildungsberufe und Studiengänge müssen an die zukünftigen Qualifizierungsanforderungen angepasst werden – indem neue Inhalte aufgenommen, aber auch alte gestrichen werden.
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