• 18.07.2019
  • Medieninformation XXII-72
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Tarifrunde feinkeramische Industrie (West)

Abschluss: 4,8 Prozent Plus für Beschäftigte

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und die Arbeitgeber haben sich am Mittwochabend (17. Juli) in der dritten Verhandlungsrunde auf ein Tarifpaket geeinigt.

Wolfgang Lenders

Tarifeinigung Feinkeramik Nach der Tarifeinigung: IG-BCE-Verhandlungsführer Hans-Joachim Gerloff (l.) und Reinhard Volk, der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite.

Demnach steigt das Entgelt für die meisten der 20.000 Beschäftigten in der feinkeramischen Industrie (West) ab dem 1. September 2019 um 3,1 Prozent. In einigen Betrieben erfolgt die Erhöhung erst zum 1. Oktober. Zum 1. Dezember 2020 bzw. 1. Januar 2021 steigt das Entgelt um weitere 1,7 Prozent. Die Auszubildendenvergütung steigt überproportional; in der ersten Stufe um 50 Euro und in der zweiten nochmal um 30 Euro. Das Urlaubsgeld wird ab dem Jahr 2020 von knapp unter 20 auf 30 Euro pro Tag erhöht.

Die Verschiebung der Lohnerhöhung um einen Monat soll wirtschaftlich schwachen Betrieben entlasten. In besonders gut laufenden Betrieben hingegen wird noch in diesem Jahr eine Einmalzahlung von 200 bis 300 Euro geleistet. Der Tarifvertrag läuft dementsprechend bis zum 31. Juli bzw. bis zum 31. August 2021.     

Die Tarifvertragsparteien verpflichten sich außerdem dazu, ab dem vierten Quartal 2019 Verhandlungen zur Einführung eines bundesweit verbindlichen Entgeltrahmentarifvertrags aufzunehmen. Diese sollen zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen sein. Der Entgeltrahmentarifvertrag soll die bestehenden Lohn- und Gehaltsrahmentarifverträge ablösen, um eine Gleichstellung zwischen qualifizierter gewerblicher Tätigkeit (Löhne) und Angestelltentätigkeit (Gehälter) zu erreichen.

IG-BCE-Verhandlungsführer Hans-Joachim Gerloff sagt: „Der heutige Tarifabschluss ist ein sehr gutes Ergebnis für die feinkeramische Industrie West. Dabei haben wir die Breite, die wir in der Branche haben, einfließen lassen. Wir haben eine gute Differenzierung hinbekommen, die alle Segmente ausreichend würdigt.“

Die feinkeramische Industrie umfasst die Sparten Porzellan, Sanitärkeramik, Fliesen und technische Keramik. Regionale Schwerpunkte liegen in Oberfranken, in der Oberpfalz, im Saarland, im Schwarzwald sowie in den Regionen Stuttgart, Nürnberg und Neuwied.

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