Papier- und Zellstofferzeugung

Ein nachhaltiges Produkt

Die deutsche Papierindustrie beschäftigt rund 37.600 Arbeitnehmer in etwa 148 Betriebe. Im Jahr 2018 hat die Branche einen Umsatz von 18 Milliarden Euro erwirtschaftet – über 21 Millionen Tonnen Papier produziert.

UPM

Beschäftigter steuert in einem UPM-Werk die Papiermaschine. Beschäftigter steuert in einem UPM-Werk die Papiermaschine.
  • Von: Axel Stefan Sonntag

Seit einigen Jahren befindet sich die Papierindustrie europaweit in einem Restrukturierungsprozess. Während der Anteil der grafischen Papierproduzenten kontinuierlich sinkt, steigt der Anteil der Verpackungspapierhersteller weiter an. Neben der strategischen Neuausrichtung vieler Unternehmen hat die Branche mit Kapazitätsstilllegungen zu kämpfen. Alleine seit 2014 hat sich die Produktionskapazität europaweit mehr als 1 Million Tonnen verringert.

Deutschland: Europas Papierproduzent Nummer 1
Deutschland ist mit rund 25 Prozent Anteil an der europäischen Gesamtproduktion der größte Papierproduzent in Europa. Die deutsche Papierindustrie zählt zu den technologie- und kapitalintensiven Branchen.

Im weltweiten Vergleich steht die deutsche Papierindustrie hinter USA, China und Japan an vierter Stelle. In der Zellstoffproduktion belegt Deutschland europaweit den vierten Platz hinter Schweden, Finnland und Portugal.

Jeder zweite Euro Umsatz bringt der Export
Der Exportanteil an der gesamten Papierproduktion liegt nach Umsatz bei etwa 59 Prozent. Die Nachfrager im Ausland schätzen dabei vor allem die Produktivität und Flexibilität der deutschen Papierindustrie. Hinzu kommt, dass Deutschland mit seiner zentralen Lage in Mitteleuropa den meisten Anwendern vergleichsweise kurze Transportwege ermöglicht. Denn: Während die Schweden und Finnen zwar deutlich mehr Holz verarbeiten können, lebt das Gros der Menschen doch in Mittel-, Ost- und Südeuropa. Die vergleichsweisen kurzen Lieferwege machen deutsche Produkte daher besonders attraktiv.

Schon lange bevor das Thema „Nachhaltigkeit“ ein „Mode-Thema“ geworden ist, hat die Papierindustrie ihre diesbezüglichen Hausaufgaben gemacht. Konkret: Rund 75 Prozent aller Papierprodukte sind aus Altpapier hergestellt. Gelesene Zeitungen, Zeitschriften & Co. stellen damit den wichtigsten Rohstoff der Papierindustrie dar. Und das gleich mehrfach: Die Fabriken können eine Papierfaser ungefähr sieben Mal wiederverwenden. Erst dann ist sie für die Papierherstellung unbrauchbar.

Nachhaltige Forstwirtschaft – streng kontrolliert
Auch beim Einsatz von Frischholz hat die Papierindustrie die Nachhaltigkeit im Blick. So verwendet die Branche ganz überwiegend Holz aus zertifizierten Waldflächen. Mit dem FSC (Forest Stewardship Council) und dem PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) gibt es zwei führende Organisationen, die entsprechende Zertifikate für „frisches“ Holz ausstellen – und das nicht nur für deutsche Wälder. Die Vorgaben, die die Organisationen von Waldbesitzern einfordern, sind teils sehr detailliert. Wichtigste Maxime im Sinne der Nachhaltigkeit ist es nicht mehr Holz zu schlagen, als nachwächst.

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