Familienleistungen

Zehn Euro mehr Kinderzuschlag

Viele Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen sind auf aufstockendes Arbeitslosengeld II angewiesen. Wichtig zu wissen: Stattdessen können die Betroffenen häufig den Kinderzuschlag erhalten. Diesen zahlen die Familienkassen und nicht die Jobcenter aus. Die Leistung wurde zum 1. Januar 2017 erhöht.

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Vater, Mutter, Kind
06.01.2017
  • Von: Rolf Winkel und Hans Nakielski
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Der Kinderzuschlag ist eine Familienleistung, die Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen entlasten und ihnen insbesondere einen Antrag auf Hartz IV ersparen soll. Das soll durch die Kombination von Lohn, Kindergeld, Wohngeld und Kinderzuschlag gelingen. Die Leistung wurde zum 1. Januar 2017 um zehn Euro auf maximal 170 Euro pro Kind erhöht.

Der Kinderzuschlag wird an Eltern für in ihrem Haushalt lebende Kinder gezahlt, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf, nicht aber den ihrer Kinder decken können. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden.

Weitere Voraussetzungen für den Anspruch auf Kinderzuschlag sind, dass

  •       die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
  •       das Einkommen der Eltern mindestens 900 Euro brutto monatlich (für Paare) bzw. 600 Euro brutto (für Alleinerziehende) beträgt,
  •       die individuell zu berechnende Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird und
  •       durch das zur Verfügung stehende Einkommen plus Kinderzuschlag Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II („Hartz IV“) vermieden wird.

Der Kinderzuschlag deckt zusammen mit Kindergeld in Höhe von derzeit 192 Euro sowie gegebenenfalls Wohngeld den durchschnittlichen Bedarf von Kindern.

Bei einem Einkommen oder Vermögen der Eltern in Höhe ihres eigenen Mindestbedarfs (= Teil der Miete, der den Eltern zuzurechnen ist, plus ALG-II-Regelbedarf) wird der Kinderzuschlag in voller Höhe gezahlt. Berücksichtigt wird hierbei zum Beispiel auch Einkommen und Vermögen von Partnern, die in eheähnlicher Lebensgemeinschaft leben. Überschreiten Einkommen und Vermögen diese Grenze, wird der Kinderzuschlag gemindert. In welcher Höhe Einkommen beziehungsweise Vermögen zu berücksichtigen sind, richtet sich grundsätzlich nach den beim Arbeitslosengeld II geltenden Regeln.

Kindeseinkommen wird immer als bedarfsmindernd in voller Höhe auf den Kinderzuschlag angerechnet. Zum Kindeseinkommen zählen auch Unterhaltszahlungen und der dem Kind gezahlte Unterhaltsvorschuss. Daher gehen Alleinerziehende beim Kinderzuschlag oft leer aus.

Leistungen für Bildung und Teilhabe

Familien, die den Kinderzuschlag erhalten, stehen zusätzlich auch Leistungen zur Bildung und Teilhabe zu ("Bildungspaket"). Das gleiche gilt auch für Wohngeld-Bezieher. Zu den Leistungen zählen:

  • die Übernahme der Kosten für eintägige Schul- und Kitaausflüge sowie für mehrtägige Klassen- und Kitafahrten,
  • 100 Euro jährlich für den persönlichen Schulbedarf,
  • die Übernahme der Kosten für die Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule,
  • Lernförderungen wie zum Beispiel Nachhilfe (tatsächliche Kosten),
  • ein Zuschuss für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Schule oder Kindertageseinrichtungen,
  • ein Zuschuss von zehn Euro pro Monat für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (wie im Sportverein oder in der Musikschule).

Das Bildungs- und Teilhabepaket besteht aus Geld- und Sachleistungen. Mit den Sachleistungen soll sichergestellt werden, dass diese Leistungen die Kinder und Jugendlichen im Sinne einer individuellen Förderung auch erreichen.

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