Tipps Steuererklärung

Nicht zögern mit der Steuererklärung

Die Jahresabrechnungen der Löhne und Gehälter flattern derzeit ins Haus. Für alle, die nicht bis zum letzten Drücker mit ihrer Steuererklärung warten wollen, beginnt jetzt die Zeit des Suchens von Quittungen und Kilometerrechnens.

iStock/Wolfgang Filser

Steuern

Alle Jahre wieder stellt sich die Frage: Gehe ich es sofort an oder warte ich so lange, bis ich es nicht mehr vermeiden kann? Die Steuererklärung ist für viele ein Graus, das man gerne hinauszögert, solange es geht. Doch gerade mit der Umstellung auf die digitale Abgabe der Steuererklärung ist vieles einfacher geworden. Die meisten Eintragungen lassen sich per Knopfdruck aus dem letzten Jahr wieder verwenden. Einmal richtig ausgefüllt – und schon verliert die Steuererklärung in den Folgejahren ihren Schrecken. Und wer freut sich nicht darüber, noch vor dem Jahresurlaub im Sommer die Steuerrückzahlung zu erhalten – denn für die meisten Arbeitnehmer bringt die Steuererklärung häufig eine ordentliche Erstattung.

Verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben ist dabei längst nicht jeder. Alleinstehende Arbeitnehmer ohne Nebeneinkünfte müssen in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Das gilt auch für Verheiratete mit der Steuerklassenkombination IV/IV. Hat jedoch einer der Partner die Klasse V oder VI oder haben beide Partner die Klasse "IV mit Faktor", so ist eine Steuererklärung Pflicht. Das gilt in der Regel auch für diejenigen, die neben ihrem Gehalt weitere Einkünfte hatten.

Wer verpflichtet ist, eine Erklärung abzugeben, muss das bis zum 31. Juli tun. Klappt dies nicht, sollte man rechtzeitig eine Fristverlängerung beantragen. Wer die Erklärung mithilfe eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuer-hilfevereins abgibt, kann sich mit der Erklärung bis Februar 2020 Zeit lassen. Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, hat für die dann mögliche freiwillige Erklärung entschieden mehr Zeit. So können bis zum 31. Dezember 2022 noch Erklärungen für 2018 nachgereicht werden.

Die Anlage N ist für die meisten Arbeitnehmer das Herzstück der Steuererklärung. Bei Verheirateten muss jeder Partner diese Anlage gesondert ausfüllen. In dem Formular werden Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung und Werbungskosten eingetragen. Auf der ersten Seite müssen dort zunächst die Angaben aus der Jahresabrechnung übergetragen werden. Die Zeilen 11 bis 29 können in vielen Fällen übersprungen werden. Doch ab Seite 2 des Dokuments wird es dann richtig interessant, denn die Werbungskosten bringen viel. Zum Beispiel die Fahrtkosten: Wer 15 Kilometer von seiner Arbeitsstelle entfernt wohnt, kommt beim anerkannten Satz von 30 Cent pro Entfernungskilometer schon auf 1.035 Euro Werbungskosten. Berücksichtigt sind dabei 230 Arbeitstage im Jahr – so viele erkennt das Finanzamt bei einer Fünf-Tage-Woche an. Wie man zur Arbeit kommt, spielt dabei keine Rolle. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln höhere Kosten hat als nach der Kilometer-Rechnung, kann diese ansetzen. Maximal sind pro Jahr 4.500 Euro für Fahrten zur Arbeit absetzbar.

Der Gewerkschaftsbeitrag ist ebenfalls steuermindernd. Die Beiträge zur IG BCE gehören in Zeile 40 des Dokuments ("Beiträge zu Berufsverbänden"). Wer monatlich 30 Euro als Mitgliedsbeitrag zahlt, kommt damit im Jahr schon auf 360 Euro absetzbare Werbungskosten. Absetzbar bedeutet übrigens: Auf diesen Teil des Arbeitslohns fallen keine Steuern an. Bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent, spart man damit schon 90 Euro an Steuern.

Die Arbeitsmittel gibt man am besten pauschal mit 110 Euro in Zeile 41 an und notiert dazu beispielsweise "Büromaterial, Werkzeug und Fachliteratur". Nur wer Belege über höhere Kosten hat, sollte diese eintragen und die Belege einreichen. Bei einige Arbeitnehmern lohnt sich das, etwa wenn Berufskleidung oder Fachliteratur belegt werden können, die für die Arbeit benötigt, jedoch nicht vom Arbeitgeber gestellt werden.

Weiterbildungskosten können in Zeile 44 eingetragen werden. Hier zählt alles, was für das berufliche Fortkommen hilfreich und als Bildung anerkannt ist, vom IT-Kurs bis zum privat bezahlten Meisterbrief.

Belege für alle Ausgaben sind nicht immer erforderlich. Das akribische Sammeln von Belegen über Werbungskosten lohnt sich, wenn der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro überschritten wird. So viel erkennt das Finanzamt bei jedem Arbeitnehmer als beruflich bedingte Kosten an. Doch in vielen Fällen erreicht man diesen Schwellenwert schon mit den Fahrtkosten (siehe Rechenbeispiel weiter vorne). Und im Zweifel gilt: Was belegt werden kann, wird nicht gestrichen.

Weitere Informationen:
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  • Die IG BCE Bonusagentur kooperiert mit mehreren Lohnsteuerhilfevereinen mit mehr als 3.000 Beratern bundesweit. Für unsere Mitglieder gibt es Sonderkonditionen.
  • Die Anmeldegebühr bei den Vereinen ist ermäßigt oder entfällt. Bei einem Bruttojahreseinkommen von 40.000 Euro kostet die Mitgliedschaft im ersten Jahr 125 Euro. Dafür wird die Steuererklärung erledigt und es gibt ganzjährig Beratung.
  • Dazu gehört auch die Überprüfung des Steuerbescheids und das eventuell erforderliche Einspruchs- oder Klageverfahren.
  • Nähere Informationen gibt es bei der IG BCE Bonusagentur
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