Einer von uns

Einfach dabeigeblieben

Eher ein zweiter Job als ein Hobby: Bernd Meier ist seit seinem 12. Lebensjahr bei der Freiwilligen Feuerwehr in Brunsbüttel.

Cordula Kropke

Bernd Meier ist Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Brunsbüttel.

Sein Hobby ist älter als seine Ehe, älter sogar als die fast 40-Jährige Arbeit im Chemieunternehmen Sasol: Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Brunsbüttel ist Bernd Meier schon seit seinem 12. Lebensjahr. »Klassenkameraden haben mich damals mitgezogen«, erzählt der 59-Jährige. »Ich bin einfach dabeigeblieben.«

Längst ist es eher ein zweiter Job als ein Hobby. Bernd Meier wurde zum Gemeindewehrführer gewählt; er kümmert sich um Ausbildung, Haushalt und Beschaffung von drei Wachen mit 120 Einsatzkräften. »Brunsbüttel hat eine große Feuerwehr«, erklärt der gelernte Elektriker, der bei Sasol die Instandhaltung koordiniert.

»Es ist das größte Industriegebiet in Schleswig-Holstein und verzeichnet durch Elbe und Nord-Ostsee-Kanal 40 000 Schiffsbewegungen im Jahr.«
Wenn in einem Tanklager der Blitz einschlägt, auf einem Containerschiff die
Sauna brennt oder kranke Passagiere an Land gebracht werden müssen, rücken
Freiwillige mit dem Boot oder einem der 18 Einsatzfahrzeuge aus, bis zu 300 Mal im Jahr. »Oft bringt es Spaß«, sagt Meier, »aber es kann auch sehr ernst werden. Wir haben schon Kameraden im Feuer verloren. Auch Kinder sind verbrannt. Einmal im Jahr springt jemand von der Brücke. Solche Erlebnisse aufzuarbeiten, gehört auch zu unseren Aufgaben.«

Am Weitermachen hat Bernd Meier trotzdem nie gezweifelt. »Ich habe aus jedem Einsatz etwas mitgenommen«, erzählt er. »Man muss diese Arbeit mit
Respekt angehen.« Er selbst fährt heute nicht mehr zu jedem kleinen Einsatz
mit. Doch er kümmert sich darum, dass die Ausbildung zur Schiffsbrand- bekämpfung in Wilhelmshaven absolviert wird, bespricht das Sicherheits- konzept für die fünfte Schleusenkammer und leitet die Übung für einen Brand im Kernkraftwerk, in dem Castoren zwischengelagert werden. »Da hat schon mal der Boiler in der Küche geschmort«, erinnert sich Meier. »Aber einen ernsthaften Brand hatten wir da zum Glück noch nie.«

Nachwuchssorgen hat die Feuerwehr nicht. Es gibt eine Kinder- und eine Jugendfeuerwehr und »Mitmachtage« für die Öffentlichkeit. Der letzte im Mai hat sechs Neuaufnahmen gebracht.

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