Einer von uns

Dem Weltraum so nah...

Nikolai Prill begeistert sich schon lange für den Weltraum. Jüngst durfte er an Bord eines SOFIA-Flugs der NASA dabei sein.

Nikolai Prill

20.12.2018
  • Von: Axel Stefan Sonntag

In der original NASA-Jacke, weit über der Erde, gemeinsam mit Wissenschaftlern das Tor zum Weltall erkunden? Nikolai Prill durfte genau das. Sicher, für den Biologie-Laboranten, der normalerweise bei Boehringer Ingelheim in Biberach Antikörper entwickelt, ist der Weltraum schon immer ein großes Hobby: Prill ist Vorstandsmitglied der Volkssternwarte Laupheim und entwickelt gemeinsam mit seinen Kollegen seit vielen Jahren 360-Grad-Shows für Planetarien. Produziert am Boden, am PC, mit vielen Mausklicks.

Da ist es nachvollziehbar, dass sich der 34-Jährige mit seinem Team beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt dafür bewarb, einen SOFIA-Flug zu begleiten. Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit lädt die NASA regelmäßig dazu ein, Teil des Stratosphären-Observatoriums für Infrarot-Astronomie (SOFIA) zu sein. „An Bord eine Show darüber zu produzieren, welche astronomischen Beobachtungen man da oben machen kann, das ist natürlich etwas ganz anderes“, füllte er pragmatisch den Bewerbungsantrag aus.

Und siehe da: Der Info-Veranstaltung am Stuttgarter SOFIAInstitut folgten Flug und Fahrt zum kalifornischen NASA-Standort Palmdale. Rein in das 20 Meter hohe umgebaute Passagierflugzeug, in dem sich ein 17 Tonnen schweres Infrarotteleskop befindet. Den 15-Kilometer-Flug bis in die Stratosphäre erlebte der Vertrauensmann „an sich ganz normal. Bis auf die Tatsache, dass man eine mobile Atemmaske immer griffbereit an sich tragen und sich seine Verpflegung selbst mitbringen muss“, scherzt er. Binnen der achtstündigen Beobachtungszeit konnten sich die Gäste live in den Bordfunk einschalten um mitzuhören, was die an Bord arbeitenden Wissenschaftler gerade in den unendlichen Weiten erkunden. „Natürlich ist das viel Fachchinesisch, aber jeder nimmt sich die Zeit, es einem zu erklären“, lobt Prill.

Seine Erlebnisse werden nun Teil der 360-Grad-Show, die die Volkssternwarte Laupheim im Spätjahr zeigen wird. Und was denkt Prill jetzt über die Welt „da oben“? „Ich grüble mehr über ›uns da unten‹ „, kontert er. „Wir sind so klein und unbedeutend, da merkt man erst, wie überflüssig so mancher Ärger im Alltag überhaupt ist.“

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