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Die Freizeitmacher

Jan Museler sorgt dafür, dass 50 000 Kinder und Jugendliche ihren Spaß haben – als Vorsitzender des Kreisjugendrings München-Land.

Ulrike Frömel

Jan Museler Jan Museler ist Vorsitzender des Kreisjugendrings München-Land.
31.01.2018
  • Von: Andrea Mertes
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Wenn andere Feierabend machen, fängt der Tag für Jan Museler erst an. Mit langen Schritten quert er den Innenhof der Burg Schwaneck, die hochtürmig über dem Isartal in Pullach vor München thront. Eilt durch die Pforte die Treppen hinauf, nimmt auf dem Weg zwei Stufen auf einmal. Läuft durch den Lichtflur mit den sonnengelben Türen, hinter denen die Verwaltung des Kreisjugendrings München-Land (KJR) zu Hause ist. Strebt schließlich auf den Raum OG 04 zu, in dem drei Unterschriftenordner voller Verträge auf ihn warten. Erreicht das Büro aber nicht, weil die anderen ihn, den großen Blonden mit den Camel-Boots, schon entdeckt haben: "Jan, schaust du mal?", rufen sie. Oder: "Jan, bist du später noch da?"

Ja, das ist er gewiss. Denn aus dem gelernten Chemielaboranten ist ein Manager geworden, mit Verantwortung für 520 hauptberufliche Mitarbeiter und ein Jahresbudget von 25 Millionen Euro.

In seiner Freizeit ist Jan Museler Vorsitzender des KJR, einer der größten Arbeitsgemeinschaften der Jugendverbände in Bayern. Er plant und verantwortet, was bis zu 50 000 bayerische Jugendliche jedes Jahr erleben. Paddeln auf dem Chiemsee etwa. Theater-Workshops, Kochkurse, Zeltnächte. Auch Austauschferien in Israel gehören zum KJR-Angebot. Genauso wie Integrationsprogramme für jugendliche Flüchtlinge. Für Museler ist sein Ehrenamt kein Job. Es ist "eine Herzenssache".

Von morgens um sieben bis nachmittags um vier arbeitet der gebürtige Münsteraner als Anwendungstechniker bei einem Hersteller für Druckfarben. Dann setzt er sich in die S-Bahn, zockelt mit den Öffentlichen eine Stunde hinaus nach Pullach und bezieht sein Büro auf der Burg. Dort sitzt er oft bis Mitternacht über Plänen, Budgets und Anträgen. Für sein Amt investiert er rund 30 Stunden jede Woche. Und würde es immer wieder so machen. "Ich sehe, dass ich etwas bewegen kann", sagt er. "Das ist ein richtig befriedigendes Gefühl."

Nur manchmal verschwindet der große Blonde aus dem Norden für ein paar Tage oder eine Woche. Dann geht er segeln – neben der Lobbyarbeit für Kinder und Jugendliche seine andere große Leidenschaft: "Da kann ich zu 100 Prozent abschalten." Wenn eine leichte Brise geht und es keine Schritte mehr zu gehen gibt, weil das Boot von ganz alleine fährt: Dann ist auch für ihn mal Feierabend.

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