Mein Arbeitsplatz

Ein Bergmann kann alles

Thomas Becker (54) ist Hausmeister bei Vivawest in Recklinghausen.

Frank Rogner

"Man kennt sich, man hilft sich. Ich bin dafür da, um mich zu kümmern", sagt Thomas Becker. "Man kennt sich, man hilft sich. Ich bin dafür da, um mich zu kümmern", sagt Thomas Becker.
23.12.2016
  • Von: Nadine Gewehr
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Ich gehe jeden Tag pfeifend zur Arbeit. Will heißen: Ich mache meinen Job unglaublich gern. Nach 20 Jahren unter Tage habe ich lange nach einer neuen Arbeit gesucht. Als ich sie gefunden hatte, wusste ich sofort: Das passt. Seit 16 Jahren bin ich nun Hausmeister. Ich bin Handwerker, Gärtner und Kümmerer. Ich repariere Klingelanlagen, sorge für laubfreie Gehwege und baue auch mal einen Schrank auf, wenn mich ein Mieter darum bittet. Mit mir kann man über alles reden und auch mal ein Käffchen zwischendurch trinken.

Eine große Umstellung war die neue Arbeit nicht. Ich habe Bergmechaniker gelernt. Und wie sagt man so schön: Ein Bergmann kann alles. Rund 1000 Wohnungen betreue ich. Und wenn ich nach dem Rechten sehe, treffe ich immer wieder Bekannte von früher. Ich bin hier in Recklinghausen-Suderwich aufgewachsen. Die Leute, mit denen ich in die Schule gegangen bin, leben nun in den Wohnungen, für die ich zuständig bin. Das gefällt mir. Man kennt sich, man hilft sich.

Es ist die Vielfältigkeit, die mich an meinem Beruf fasziniert. Ich mag die unterschiedlichen Charaktere, die ich kennenlerne, und die Aufgaben, die ich habe. Im Frühling möchte ich ein kleines Fleckchen in den sehr grünen Innenhöfen der Wohnanlagen für die Kinder herrichten, damit sie dort pölen können – also Fußball spielen, so nennen wir das im Ruhrgebiet. Es wohnen viele Kinder hier in den Wohnanlagen. Die müssen beschäftigt werden, sie brauchen Möglichkeiten, um sich auszutoben.

Wenn sie nicht ausgelastet sind, machen sie auch mal Quatsch. Kleine Streiche sehe ich nicht so eng, wir waren ja alle mal jung. Nur bei zwei Dingen werde ich sauer: Wenn sie fremdes Eigentum zerstören oder ältere Leute beschimpfen. Da hört bei mir der Spaß auf. Wenn ich der Meinung bin, sie haben eine Strafe verdient, lasse ich sie etwas sauber machen oder Müll wegräumen. Aber insgesamt vertragen sich hier alle sehr gut. Ich kann mich nur wiederholen: Ich liebe meinen Job. Und wenn ich 100 Jahre alt werde, arbeite ich auch bis 100.

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