Einer von uns

Biker mit langem Atem

Stephan Nowag fährt mit seinem Fatbike durch die südniedersächsische Landschaft. Schnee, Eis oder Matsch sind dabei kein Problem.

Christian Burkert

"Anfangs ging mir beim Fahren schon mal die Puste aus", sagt Stephan Nowag. "Anfangs ging mir beim Fahren schon mal die Puste aus", sagt Stephan Nowag.
23.12.2016
  • Von: Alexander Reupke
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Aufs Motorrad hat es Stephan Nowag schon immer gezogen. Dieses Jahr kam noch das Fatbike dazu. Seine Frau schenkte ihm das Mountainbike mit den extradicken Reifen zu seinem 40. Geburtstag. Zwei Kumpel, die schon länger mit ihren Fatbikes unterwegs sind, brachten seine Frau auf die Idee. Der eine ist Ortsbrandmeister bei der freiwilligen Feuerwehr, der andere ein Arbeitskollege bei ContiTech.

Zusammen drehen sie ihre Runden durch die hügelige Landschaft rund um die südniedersächsische Kleinstadt Moringen. Mindestens zweimal die Woche starten sie ihre Touren; mal 15, mal 25 Kilometer. Es geht bergauf, bergab, durch Felder und Wälder. Jetzt im Winter fahren die drei auch mal bei zweistelligen Minusgraden los. Während Fahrradfahrer oder selbst Mountainbiker bei Schnee, Eis oder Matsch an ihre Grenzen stoßen, sehen Fatbiker diese Strecken als Herausforderung.

Ein Fatbike ist wie ein Geländewagen: Die zehn Zentimeter breiten Reifen verleihen mehr Halt und "schlucken" viele Hindernisse, weil der Luftdruck so niedrig ist. Der Vorteil im Gelände wird aber zum Nachteil auf asphaltierten Straßen. "Anfangs ging mir beim Fahren schon mal die Puste aus", sagt Nowag.

Seine beiden Kinder Mattis (7) und Ole (9) brachten Nowag vor Jahren dazu, öfter aufs Fahrrad zu steigen. "Ich bin mitgefahren, wenn sie zum Eisessen wollten", sagt er. Nowags Familie hat sich dieses Jahr weiter vergrößert. Er und seine Frau, die in dem 500-Seelen-Örtchen ein Dorfcafé betreibt, haben ein zweijähriges Pflegekind aufgenommen. "Uns geht es gut, wir hatten ein Zimmer über und wir wollten helfen", sagt Nowag. Bekannte hatten sie auf das Problem aufmerksam gemacht, dass die Jugendämter in vielen Fällen vergeblich nach Pflegeeltern suchen.

Stephan Nowag arbeitet seit 1997 bei ContiTech in der Werkzeugreinigung. In diesem Jahr wurde er zum zweiten Mal als Vertrauensmann gewählt. Die Wochenenden nutzt er für einen Grundlehrgang der freiwilligen Feuerwehr. "Wir haben im Ort große Nachwuchsprobleme", erklärt er sein Engagement. Der Familienvater freut sich schon auf den kommenden Frühling, wenn er vom Fatbike wieder aufs Motorrad umsteigen kann.

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