IG BCE aktuell 8-2019 - Grafik des Monats

Quantitative Arbeitsbelastung: Die Ampel zeigt rot

Der Befund, den der kürzlich von IG BCE und Stiftung Arbeit und Umwelt vorgestellte „Monitor Digitalisierung“ liefert, ist zweigeteilt: Zum einen fühlen sich die Kolleginnen und Kollegen in den Branchen der IG BCE dem digitalen Wandel und damit verbundenen neuen Herausforderungen bestens gewachsen. Zum anderen jedoch klagt mehr als die Hälfte der rund 14.000 befragten Beschäftigten (47%) über ein gestiegenes Arbeitspensum und zunehmende Arbeitsverdichtung.

IG BCE

20.08.2019

Damit bestätigt sich aus Sicht der Beschäftigten im Organisationsbereich der IG BCE eine Tendenz, die auch von anderen Studien zu anderen Arbeitswelten aufgezeigt wird, etwa dem DGB-Index Gute Arbeit und einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Pflegebereich.

Mit zunehmender Arbeitsverdichtung wird die Frage von Arbeitsentlastung und einer angemessenen Work-life-Balance immer wichtiger – ebenso, wie verbindlichere Strukturen für die Weiterbildung von Beschäftigten. Kontinuierliches (Dazu-)lernen wird angesichts beständig steigenden Innovationstempos an Bedeutung gewinnen, um Beschäftigte bestmöglich für kommende beruflichen Anforderungen – und einen entsprechend gesunden Umgang mit ihrer Arbeitskraft - fit zu machen.

Entsprechend will die IG BCE in der kommenden Chemie-Tarifrunde eine Qualifizierungsoffensive durchsetzen, die das Thema Weiterbildung unter enger Einbeziehung aller betrieblichen Akteure zielgerichteter und praxisnäher als bisher angeht. Gleichzeitig fordert sie ein Zukunftskonto, das den Beschäftigten weitreichendere Möglichkeiten für eine lebensphasengerechte Gewichtung von Arbeits- und Freizeit erlauben soll.

Nach oben