IG BCE aktuell 12-2018

Kosten der Energiewende treffen Ärmere überproportional

Die Energiewende belastet einkommensschwache Haushalte deutlich stärker als Haushalte mit hohem Einkommen. Das ist das Ergebnis einer jetzt von der IG-BCE-Stiftung Arbeit und Umwelt herausgegebenen Studie.

IG BCE

20.12.2018

Demnach sind die Stromkosten eines alleinstehenden Arbeitslosengeld-II-Empfängers zwischen 2006 und 2016 von 4,8 auf knapp 6,4 Prozent der Bezüge gestiegen. Armutsgefährdete, alleinstehende Rentner mussten 6,3 Prozent aufwenden, was auf denselben Vergleichszeitraum bezogen einem Plus von 1,3 Prozentpunkten entspricht. Einkommensschwache Dreipersonenhaushalte gaben 5 Prozent ihrer Bezüge für Strom aus, 0,74 Prozent mehr als 2006. Demgegenüber haben sich die Aufwendungen für Strom von Dreipersonenhaushalten mit hohem Einkommen nicht nennenswert verändert. Sie lagen im gesamten betrachteten Zeitraum konstant bei rund 1,5 Prozent des Einkommens. Treibende Faktoren für die Strompreisentwicklung sind unter anderem energiewendebedingte Kosten wie die EEG-Umlage.

Entsprechend warnt Kajsa Borgnäs, Geschäftsführerin der Stiftung, vor einer Situation, die einerseits eine soziale Schieflage verstärkt, anderseits das Ansehen der Energiewende schmälern könnte. "Die Energiewende ist richtig und wichtig, aber die Studie zeigt, dass sie mit dem jetzigen Finanzierungsrahmen mit deutlichen verteilungspolitischen Schieflagen verbunden ist. Um die langfristige Akzeptanz der Energiewende zu sichern, dürfen ihre Auswirkungen nicht dazu führen, die soziale Spaltung in Deutschland zu vergrößern."

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