Mentoring-Programm der IG BCE

Die Chemie muss einfach stimmen

Mitbestimmen, Verbesserungen durchsetzen und auf die Arbeitszeiten der Kollegen achten. Wer neu im Betriebsrat ist, hat plötzlich einen großen Verantwortungsbereich. Damit das alles gut geht und die neuen Kollegen unterstützt werden, hat die IG BCE ein Mentoring-Programm für Betriebsräte entwickelt. Erfahrene Betriebsräte stehen jüngeren Kollegen zur Seite und helfen bei den neuen Aufgaben. Eik Ritter, Betriebsratsvorsitzender der cct Steglitz, ist froh über die Unterstützung seines Mentors Ralf Loof.

Dirk Lehnert / IG BCE

"Plötzlich ist der Verantwortungsbereich riesengroß." Betriebsratsvorsitzender Eik Ritter mit Mentor Ralf Loof (rechts). "Plötzlich ist der Verantwortungsbereich riesengroß." Betriebsratsvorsitzender Eik Ritter mit Mentor Ralf Loof (rechts).
25.06.2014
  • Von: Susanne Schneider-Kettelför

"Solch ein Wissenszufluchtsort ist wirklich wertvoll", sagt Eik Rittel, Betriebsratsvorsitzender bei der cct Stegelitz, einem innovativen Recyclingunternehmen für Autoreifen in Sachsen-Anhalt. Die 21 Beschäftigten haben im April erstmals einen Betriebsrat gewählt.

Komplett unerfahren seien er und seine beiden Betriebsratskollegen Reinhard Friedrich und Peter Siefert in das Amt gegangen, blickt Eik Rittel zurück: "Plötzlich ist der Verantwortungsbereich riesengroß. Kollegen kommen mit Anliegen und erwarten, dass wir für sie gegenüber der Geschäftsführung Verbesserungen
durchsetzen."

Ralf Loof, langjähriger Betriebsratsvorsitzender der Städtischen Werke Magdeburg, kennt diese Situation gut. Als er kurz nach der Wende erstmals Betriebsrat wurde, musste auch er die gesamte Mitbestimmung beim damaligen Arbeitgeber neu aufbauen. Er kann sich noch gut dran erinnern, wie wichtig es damals war, nicht allein dazustehen. "Zum Glück hatte ich die Unterstützung der Gewerkschaft", erinnert er sich.

Die IG BCE brachte Ralf Loof und Eik Rittel im neuen Mentoring-Programm für Betriebsräte zusammen. "Wir wollen erreichen, dass erfahrene Betriebsräte ihr fachliches Wissen an junge Kolleginnen und Kollegen weitergeben, damit diese ohne große Fehler in die Betriebsratsarbeit hineinwachsen können", erläutert Günter Schölzel, Leiter der Abteilung Mitbestimmung der IG BCE.

Mentor Ralf Loof hat beispielsweise beim ersten Treffen seinem Schützling die korrekte Geschäftsführung eines Betriebsrats erläutert. Nur so kann der von Beginn an gegenüber dem Arbeitgeber durchsetzungsfähig sein. Wenn bei Eik Fragen oder Probleme auftauchen, wendet er sich an Ralf. Als der Arbeitgeber zunächst seine Teilnahme an einer Betriebsräte-Grundlagenschulung der IG BCE blockierte, gab Ralf Tipps, wie Eik den Antrag stellen sollte, damit er unanfechtbar wird – kurz darauf kam die Erlaubnis.

"Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist wichtig, dass wir uns verstehen", bestätigen sowohl Mentor Ralf als auch sein junger Kollege Eik. Vor Start des Mentoring-Programms hatte deshalb Dirk Lehnert, Gewerkschaftssekretär im Bezirk Halle-Magdeburg, der die cct Stegelitz betreut, für die beiden ein Kennenlerntreffen organisiert. Die Chemie stimmte – und die Unterstützung für den jungen Betriebsratsvorsitzenden Eik Rittel durch Ralf Loof konnte beginnen.

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