Mein Arbeitsplatz

Sauerländisches Hygienepapier

Christina Friedrich arbeitet als Papiertechnologin bei WEPA in Arnsberg. »Kein Mensch weiß, wie viel Arbeit in einer Rolle Klopapier steckt.«, sagt die 21-jährige.

Frank Rogner

Ein Beruf mit Entwicklungspotential.
31.03.2015
  • Von: Leo Kölzer

Wir stellen Hygienepapier her, also Papier des täglichen Bedarfs. Wir produzieren alles selbst. Ich arbeite in der Produktion im Schichtdienst. Ich mag die späte Schicht. So kann ich ausschlafen und entspannt in den Tag starten.

Nach dem Auflösen des Rohstoffs Altpapier besteht die Grundsubstanz zunächst aus 99,8 Prozent Wasser und 0,2 Prozent Fasern. Auf der Papiermaschine wird das Gemisch entwässert, durch Presswalzen geleitet, gleichzeitig getrocknet und aufgerollt. Die Maschinen laufen ständig 24 Stunden im ganzen Jahr bis auf Wartungsarbeiten. Pro Schicht stellen wir bis zu 25 »Mutterrollen« her. Aus diesen etwa 2,5 Tonnen schweren Rollen werden später Toilettenpapiere, Industrierollen und Handtuchpapiere hergestellt.

Bei uns in der Produktion überwachen wir die Maschinen am Computer am Leitstand. Ungefähr alle 40 Minuten ist eine Mutterrolle fertig. Dann gehen wir direkt an die Maschine. Schutzbrille, Sicherheitsschuhe und Gehörschutz sind hier Pflicht. Dort lade ich die fertige Rolle per Kran aus der Maschine und entnehme Papierproben. Die Proben untersuchen wir wieder in der Schaltwarte auf Flächengewicht, Dicke, Weiße und Qualität. Abweichungen von der Norm muss ich dokumentieren.

Viele Menschen haben keine Vorstellung davon, wie vielfältig und abwechslungsreich der Beruf des Papiertechnologen ist. Ich habe ihn durch Praktika vor der Ausbildung für mich entdeckt. Die zweieinhalb Jahre als Azubi vergingen wie im Flug. Ich fand die Praxis im Unternehmen immer spannender als die Theorie in der Schule.

Vor zwei Jahren habe ich meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und arbeite immer noch total gern in dem Beruf. Mein Ziel ist es, Maschinenführerin zu werden. Um das zu erreichen, begleite ich meinen Werkführer auf Schritt und Tritt. Er geht auf meine Fragen ein und prüft regelmäßig meinen Wissensstand. So sammele ich Erfahrungen und werde nach und nach auf meine Wunschtätigkeit vorbereitet.

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