Mein Arbeitsplatz

Nicht Beruf, sondern Berufung

Werner Tacke (58) ist Ausbildungsleiter bei Faurecia. »Junge Leute müssen das richtige Rüstzeug mitbekommen.«, sagt er.

Helge Krückeberg

Ein gutes Team: Ausbildungsleiter Werner Tacke und "seine Jungs".
01.07.2015
  • Von: Julia Osterwald

»Zu meinem Job als Ausbildungsleiter kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Der alte Ausbildungsleiter wurde krank, ich hatte praktische Erfahrung als gelernter Werkzeugmacher und das theoretische Handwerkszeug als gelernter Ausbilder für CNC-Technik und Lehrfachmeister – und ich hatte Lust. So trat ich vor 15 Jahren seine Nachfolge an. Seither bilde ich junge Leute zum Werkzeugmechaniker und Mechatroniker aus.

Zurzeit haben wir 16 Auszubildende, alles Jungs. Wir hatten auch schon Mädchen, aber es bewerben sich wenige. Oder die Leistungen derjenigen, die sich bewerben, sind nicht ausreichend. Generell sind die Bewerbungen weniger geworden. Wegen des Geburtenrückgangs, aber auch deshalb, weil sich die großen Unternehmen ihre Leute selber heranziehen. Wir haben hier die Möglichkeiten zur Ausbildung, aber andere haben größere Lehrwerkstätten. Dafür können wir alle Auszubildenden übernehmen. Sie müssen sich ein Jahr bewähren, anschließend werden sie festangestellt. Viele gehen nach dem Jahr auch studieren. Und kommen dann zurück.

Die, die woanders einen Job suchen, werden gerne genommen. Unser Nachwuchs gilt als gut ausgebildet. Für mich ist mein Beruf eine Berufung. Es macht mir Spaß, mir gemeinsam mit meinen Jungs Projekte auszudenken und sie umzusetzen. Die jungen Leute müssen das richtige Rüstzeug mitbekommen, um im Berufsleben bestehen zu können. Ich sage ihnen immer wieder, Fachkräfte werden immer gesucht, eine gute Ausbildung, Grundfertigungen zu beherrschen, ist so wichtig. Die Berufsbilder sind heute komplexer, da muss man mithalten können. Ich hatte selber eine gute Grundausbildung, das möchte ich auch an meine Jungs weitergeben. Und Arbeit und Lernen müssen Spaß machen. Sonst lernt man nichts.

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