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13.07.2015

Von: Rolf Winkel

Rechtsratgeber

Kündigungsschutz in der Elternzeit

In der Elternzeit besteht Kündigungsschutz – egal ob ein Elternteil Teilzeit arbeitet oder eine Auszeit nimmt.

Der Kündigungsschutz beginnt in dem Moment, in dem die Elternzeit angemeldet wird. Geschützt sind aber maximal die letzten acht Wochen vor dem Antritt der Elternzeit. Besonders bei Vätern kann es Lücken beim Kündigungsschutz geben.

Für Mütter, die direkt nach dem Mutterschutz ihre Elternzeit antreten, gilt der Kündigungsschutz durchgehend vom Zeitpunkt an, an dem der Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert wurde bis zum Ablauf der Elternzeit. Für Mütter spricht also – unter dem Gesichtspunkt des Kündigungsschutzes – nichts gegen eine frühzeitige Beantragung der Elternzeit. Auch wenn die Elternzeit bereits vier Monate vor deren Antritt angemeldet wird, gilt für Mütter der Kündigungsschutz – und zwar aufgrund des Mutterschutzgesetzes. Spätestens müssen Mütter die Elternzeit aber sieben Wochen vor deren Beginn beim Arbeitgeber beantragen – und zwar schriftlich. Andere Regeln gelten, wenn Eltern einen Teil der Elternzeit auf die Zeit bis zum achten Geburtstag ihres Kindes verschieben (siehe unten).

Komplizierter ist die Sache bei Vätern. Für sie greift vor der Geburt eines Kindes zunächst kein Kündigungsschutz. Dieser setzt erst frühestens dann ein, wenn sie Elternzeit anmelden, aber maximal acht Wochen vor deren Beginn. Daher sollten Väter ihre Elternzeit nicht zu früh anmelden, am besten erst tatsächlich acht Wochen, spätestens aber sieben Wochen vor deren geplanten Beginn.

Aufgeschobene Elternzeit (für Geburten ab 1. Juli 2015)
Wichtig: Die folgenden Regeln gelten für Eltern von Kindern, die ab dem 1. Juli 2015 geboren wurden. Sie greifen damit in der Praxis frühestens ab Juli 2018. Die für frühere Geburten geltenden Regeln werden weiter unten erläutert.

Künftig kann jeder Elternteil „seine“ maximal dreijährige Elternzeit in drei – statt bislang zwei – Abschnitten nehmen. Maximal zwei Jahre davon – statt bislang ein Jahr – können flexibel zwischen dem 3. und 8. Geburtstag der Kinder genommen werden.

Für diese „aufgeschobene“ Elternzeit gelten sowohl beim Kündigungsschutz als auch bei der Antragsfrist andere Regeln. Mütter oder Väter müssen die spätere Nutzung der restlichen Elternzeit 13 Wochen vor deren Beginn beantragen. Um Arbeitgebern die Möglichkeit zu nehmen, Eltern während dieser Anmeldefrist zu kündigen, wird der Kündigungsschutz bei Inanspruchnahme der späten Elternzeit auf 14 Wochen verlängert. Ein Beispiel hierzu: Ein Vater möchte ein Jahr Elternzeit nehmen, wenn seine Tochter drei Jahre alt wird. Die Elternzeit soll am 1. August 2018 beginnen. Das ist ein Mittwoch. Spätestens muss der Vater die Elternzeit am Mittwoch, den 2. Mai 2018 beantragen. Kündigungsschutz genießt er allerdings schon, wenn er den Antrag auf die Elternzeit ab dem 1. August eine Woche vorher stellt, nämlich am 26. April 2018.

Aufgeschobene Elternzeit (für Geburten vor dem 1. Juli 2015)
Für Eltern, deren Kinder vor dem 1. Juli 2015 geboren wurden, gilt: Jeder Elternteil kann seine maximal dreijährige Elternzeit in zwei Abschnitten nehmen. Ein Jahr davon kann flexibel bis zum 8. Geburtstag des Kindes genommen werden. Der Kündigungsschutz gilt auch während dieser aufgeschobenen Elternzeit – ab Antragstellung, frühestens aber acht Wochen vor deren Beginn. Der Antrag auf die aufgeschobene Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor deren beabsichtigten Beginn gestellt werden.

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