Internationale Wochen gegen Rassismus

100 Prozent Menschenwürde

Materialien gibt´s nicht mehr, alles ist vergriffen - die Nachfrage nach Broschüren, Flyern und Co. zu den "Internationalen Wochen gegen Rassismus" ist in diesem Jahr größer als je zuvor. Deutschlandweit gibt es Veranstaltungen, die für Toleranz und Frieden werben. Die IG BCE lädt gemeinsam mit Evonik in die Zeche Zollverein nach Essen zur Diskussion um "Integration durch Sprache, Arbeit und Begegnung".

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Zusammenhalt
13.03.2017
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Vorurteile, Diskriminierung und rassistisch motivierte Gewalt prägen noch immer den Alltag vieler Menschen - mitunter auch im Betrieb. Die IG BCE steht für Toleranz und wendet sich entschieden gegen jede Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Respektvolles und solidarisches Miteinander kennt keine nationalen, kulturellen oder religiösen Ausgrenzungen. Das ist unsere gewerkschaftliche Grundüberzeugung.

Dennoch: Diskriminierung gibt es mitunter auch in Betrieben. Für die IG BCE bedeutet Gute Arbeit ein partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz. Fremdenfeindlichkeit muss entschieden bekämpft werden. „Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit sind Grundwerte unserer Gewerkschaft, sie gelten für alle Menschen“, sagt Edeltraud Glänzer, Vorstandsmitglied der IG BCE und erteilt auch Bestrebungen, den Mindestlohn für Flüchtlinge aufzuweichen, eine klare Absage.

Betriebe können es Geflüchteten ermöglichen, eine eigenständige Existenz aufzubauen - und zugleich dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Betriebsräten sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen kommt daher eine besondere Brückenfunktion zu. Um die geht es bei der zentralen Veranstaltung von IG BCE und Evonik in der Zeche Zollverein in Essen mit Petra Reinbold-Knape: "Integration durch Sprache, Arbeit und Begegnung - das beste Mittel gegen Rassismus".

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus werben gegen Vorurteile, gegen Hass und Diskriminierung. Hintergrund ist das Massaker von Sharpeville (Südafrika) im Jahr 1960: Bei einer Demonstration gegen die Passgesetze des Apartheid-Regimes wurden fast 70 Menschen getötet, 300 schwer verletzt. Im Rahmen der Wochen gegen Rassismus gab es in Deutschland 2016 über 1600 Veranstaltungen wie Konzerte, Demonstrationen und Diskussionen - mehr als in jedem anderen europäischen Land.

Auch jetzt gilt es, die Aktivitäten für mehr Toleranz im Rahmen der Wochen gegen Rassismus weiter zu intensivieren. Denn aktuelle Untersuchungen - wie die Studie "Die enthemmte Mitte" der Universität Leipzig vom Juni 2016 - zeigen, dass insbesondere die Ablehnung von MuslimInnen, Sinti und Roma und Asylsuchenden in Deutschland deutlich zugenommen hat. Nach der Studie lehnt zwar eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft rechtsextremes Denken und auch Gewalt zum Teil strikt ab und hat Vertrauen in demokratische Institutionen – andererseits sind Menschen mit rechtsextremer Einstellung immer mehr dazu bereit, Gewalt anzuwenden.

  •  Im Jahr 2015 wurden insgesamt 1.408 (2014: 990) rechtsextremistische Gewalttaten registriert. Dies entspricht einem Anstieg um 42,2 Prozent
  •  Mit 918 Delikten (2014: 512) nahm davon die Zahl der rechtsextremistischen Gewalttaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund um 79,6 Prozent zu
  •  Und die Zahl der Brandanschläge stieg auf 75 Delikte an (2014: fünf)

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