• 09.10.2017
  • Medieninformation XXI/42
6. Ordentlicher Kongress der IG BCE / Ergänzungen zum Geschäftsbericht

Lebenslange Bildung für alle

Mehr Gerechtigkeit durch gleiche Bildungschancen und mehr Investitionen in Bildung: Das sind für Petra Reinbold-Knape zentrale Zukunftsaufgaben für die künftige Bundesregierung. „Bildung ist der demokratische Schlüssel zur Teilhabe in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“, sagte das Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE in den Ergänzungen zum Geschäftsbericht vor dem 6. Ordentlichen Gewerkschaftskongress.

Christian Burkert

Ausführungen zum Geschäftsbericht von Petra Reinbold-Knape.
09.10.2017
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Das Schulsystem sei chronisch unterfinanziert, und die Ausstattung sowie der bauliche Zustand der Schulen – auch der Berufsschulen – sei in Teilen marode. Und: Es fehlen mindestens 25.000 Lehrende. „Der Bund muss sich endlich stärker an der Finanzierung der Bildung beteiligen“, forderte Reinbold-Knape, „und das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern gehört abgeschafft.“

Man dürfe nicht zulassen, dass immer noch rund 40.000 Schüler eines Jahrgangs die Schule ohne Hauptschulabschluss verließen, sagte Reinbold-Knape. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass rund 2 Millionen junge Erwachsene ohne Berufsabschluss sind.“

Außerdem sei klar, dass die voranschreitende Digitalisierung nicht nur Berufsbilder, sondern Großteile der Arbeitswelt verändern werde. „Wir müssen daran arbeiten, dass die Berufsbilder diesen neuen Anforderungen ständig angepasst werden“, bekräftigte Reinbold-Knape. Bildung, berufliche Bildung und Weiterqualifizierung seien die Instrumente, um die Beschäftigten in ihren Jobs fit zu halten.

„Das Prinzip des lebensbegleitenden Lernens wird immer wichtiger – und wir werden die Ar-beitgeber hier nicht aus der Verantwortung lassen.“ Besonders kleine und mittlere Unternehmen müssten sich die Frage gefallen lassen, ob ihre Weiterbildungsaktivitäten noch zeitgemäß seien. „Aber auch die Beschäftigten müssen für ihre eigene Qualifizierung Verantwortung übernehmen“, sagte Reinbold-Knape, „dazu zählt auch die Inanspruchnahme von Bildungsurlaub.“

Mit dem Qualifizierungsförderwerk Chemie (QFC) etwa hat die IG BCE seit 23 Jahren eine eigene Gesellschaft, die die betrieblichen Akteure bei Fragen der Qualifizierung unterstützt. „Das QFC hat in 28 betrieblichen Projekten zu Themen wie „Veränderungskompetenzen für Arbeitnehmende“, „Karrierechancen für Frauen“ und „Demografischer Wandel“ die Praxis in die Wissenschaft gebracht – und das immer gemeinsam mit den Betriebsräten und Vertrauensleuten der Projektbetriebe“, so Reinbold-Knape.

Es brauche eben eine gute und aktive Bildungspolitik aller Beteiligten, unterstrich Reinbold-Knape, „deswegen könnte unser Kongressmotto ‚Gemeinschaft. Macht. Zukunft‘ gar nicht besser gewählt sein.“

Geschäftsbericht zum Herunterladen

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