IG BCE aktuell 04-13

1. Mai: Chancen für einen Kurswechsel

„Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa“ – das sind die Forderungen, für die Hunderttausende ArbeitnehmerInnen am 1. Mai auf die Straße gehen. Im Bundestagswahljahr wollen die Gewerkschaften am Tag der Arbeit zeigen, was getan werden muss, um die Lage der arbeitenden Menschen zu verbessern. Aus Sicht der IG BCE ist ein Kurswechsel überfällig.

DGB

Plakat des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Tag der Arbeit 2013
29.04.2013

„Auf dem Arbeitsmarkt entdecken wir eine ganze Reihe von Fehlentwicklungen“, stellt der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis fest. Arbeit wird zunehmend entwertet. Aus sicheren Arbeitsplätzen wurden in den letzten Jahren vielfach unsichere Jobs. Fast ein Viertel der Beschäftigten steckt im Niedriglohnsektor fest. Zunehmend leiden Beschäftigte unter schlechten Arbeitsbedingungen und Stress. Und immer mehr Menschen droht Altersarmut. Zudem ist die Krise in Europa zu einer Krise für Europa geworden – und sie ist noch nicht ausgestanden. Sie trifft Beschäftigte, Erwerbslose, Rentner und nicht zuletzt die junge Generation.

Für die IG BCE geht es am 1. Mai 2013 deshalb vor allem um eine neue Ordnung der Arbeit. Dazu gehört, die Mitbestimmung zu stärken, einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro einzuführen und die Rente so zu reformieren, dass sie zum Leben reicht. Die Diskriminierung von Frauen muss beendet werden, für ein sozial gerechtes Europa sind ein Investitions- und Konjunkturprogramm und eine solide Finanzierung eines handlungsfähigen Staats erforderlich. „Die Bundesregierung ist im vierten Jahr im Amt. Warum sollten wir ihr vertrauen, dass sie künftig das tut, was sie bislang nicht getan hat?“, fragt der IG-BCE-Vorsitzende. Und selbst wenn ein gesetzlicher Mindestlohn durchgesetzt werden kann, wären acht Millionen Beschäftigte von guter Arbeit immer noch meilenweit entfernt. „Was wir brauchen, sind Strukturen, wie wir sie aus gut organisierten Branchen kennen“, so Vassiliadis.

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