If.E-Delegation zu Gast bei EU-Kommissar Oettinger

Statt nationaler Alleingänge eine Vorreiterrolle Europas in der Energiepolitik

"Eine Neuausrichtung der Energiepolitik, in Deutschland wie in Europa, ist die entscheidende Voraussetzung für industrielles Wachstum und neue Beschäftigungschancen.“ Mit diesen Worten forderte der If.E-Vorsitzende Michael Vassiliadis, zugleich Vorsitzender der IG BCE, dass in Berlin wie Brüssel künftig stärker Berücksichtigung findet, wie sich energiepolitische Entscheidungen auf Arbeitsplätze, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit im nationalen wie europäischen Rahmen auswirken. Im Gespräch einer If.E-Delegation mit dem scheidenden Energie-Kommissar Günther Oettinger am 8. Oktober in Brüssel erklärte Vassiliadis, eine schlüssige und europäisch koordinierte Energiepolitik sei eine zentrale Aufgabe der neuen EU-Kommission.

Helge Krückeberg

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE
08.10.2014

Vassiliadis würdigte anlässlich des Treffens den Einsatz Oettingers für eine "Energiepolitik, die sich nicht ausschließlich als Instrument des Klimaschutzes versteht, sondern ökonomische, soziale und ökologische Aspekte einbezieht und angemessen bewertet". Dieses energiepolitische Selbstverständnis müsse künftig die Arbeit der gesamten Kommission prägen. "Wir sind sicher, dass Günther Oettinger wesentlich dazu beitragen wird, auch wenn er nun Verantwortung für ein anderes Aufgabengebiet übernimmt", so Vassiliadis. Der If.E-Steuerungskreis aus Unternehmensvertretern und Betriebsräten habe den regelmäßigen Meinungs- und Informationsaustausch mit dem Energie-Kommissar stets geschätzt und werde auch mit den neuen Verantwortlichen für die europäische Energiepolitik das Gespräch suchen. "Wir unterstützen national und europäisch eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit garantiert, für wettbewerbsfähige Preise sorgt und Beschäftigung fördert", erklärte Vassiliadis.

Diese Positionen finden im Übrigen starken gesellschaftlichen und betrieblichen Rückhalt. Das unterstreicht auch der If.E-Energie-Kompass 2014, dessen Ergebnisse die Vorstände und Betriebsräte aus den If.E-Mitgliedsunternehmen mit Oettinger diskutierten. Die aktuelle repräsentative Umfrage von TNS Infratest zeigt unter anderem, dass 89 Prozent der Betriebsräte nach wie vor der deutschen Energiewende grundsätzlich zustimmen. Das politische Management der Energiewende dagegen bewerten nur fünf Prozent als "gut", 52 Prozent als mäßig", 42 Prozent als "schlecht" oder "sehr schlecht". "Nach Ansicht unserer Betriebsräte aus der Energieerzeugung aus der energieintensiven Industrie soll Deutschland in enger Abstimmung mit Europa ein Vorreiter einer innovativen Energiepolitik sein", so Vassiliadis. "Genauso eindeutig ist aber die Ablehnung nationaler Alleingänge." So sehr die Energiewende grundsätzlich Zustimmung finde, so klar sei auch die Kritik an der politischen Umsetzung des Projekts.

  • Die aktuelle repräsentative Umfrage von TNS Infratest zeigt, die Zustimmung zur Energiewende nach wie vor hoch ist.
    Foto: 

    BWH

    Der Energie-Kompass 2014, der vom Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest erstellt wurde, zeigt, dass die Zustimmung zur Energiewende nach wie vor hoch ist. Nur zehn Prozent der Bevölkerung und der Betriebsräte halten den Ausstieg aus der Kernenergie und den Ausbau der Erneuerbaren Energien für falsch. 

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"Die Beschäftigten wie die Vorstände in unseren Industrien sind bereit, als Innovationstreiber die Energiewende zum Erfolg zu bringen", betonte Vassiliadis. "Bedingung dafür sind aber eine Einbettung in die europäische Energiepolitik und eine Integration ökonomischer und sozialer Zielsetzungen."

Die Studie zum Herunterladen:

Deutscher Energiekompass: Eine Untersuchung von TNS Infratest im Auftrag des If.E zur Energiewende

Innovationsforum Energiewende (If.E)
Damit die Energiewende in Deutschland und der Europäischen Union ein Erfolg wird, muss ihre politische und rechtliche Gestaltung verlässlich langfristige Investitionen und Innovationen anreizen statt abschrecken. Innovation und Investition sind die Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. IG BCE, Unternehmen und Betriebsräte haben deshalb im Sommer 2012 eine Initiative gestartet und das Innovationsforum Energiewende (If.E) gegründet.

Vorstandsvorsitzender des If.E ist Michael Vassiliadis, dem Steuerungskreis gehören Vertreter großer energieerzeugender und energieintensiver Unternehmen an.

Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, mehr wirtschafts- und industriepolitischen Sachverstand in die Energiewende einzubringen. Die Unternehmensvertreter und Betriebsräte verstehen sich als die eigentlichen Träger der Energiewende – und wollen mit eigenem Engagement dazu beitragen, dieses gewaltige Projekt so zu gestalten, dass Deutschland damit eine nachhaltig gute Entwicklung nimmt.

Der If.E-Energie-Kompass bietet eine Übersicht über das Meinungsbild in der Bevölkerung, den Betriebsräten und den Unternehmen. Der regelmäßig erstellte Kompass spiegelt die aktuellen Einschätzungen und liefert darüber hinaus eine politische Orientierung für den Fortgang der Energiewende.

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