Gleichstellung

Drei Fragen an Edeltraud Glänzer

Die stellvertretende Vorsitzende der IG BCE zur Gleichstellung von Frauen und Männern.

Helge Krückeberg

Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE
02.05.2016

Genau vor vier Jahren wurde die Charta der Gleichstellung auf dem IG-BCE-Frauentag ins Leben gerufen. Welche Bilanz lässt sich heute ziehen?

Mehr als 40 Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet haben diese Selbstverpflichtung inzwischen unterzeichnet und viele haben ganz konkreten Maßnahmen im Betrieb auf den Weg gebracht. Das ist ein großer Erfolg. Vor allem weil die ganze Bandbreite an Unternehmen vertreten ist – vom Mittelständler bis zum Großkonzern.

Der IG-BCE-Frauentag vom 25. bis 28. Mai 2016 steht unter dem Slogan "Höchste Zeit für Frauen". Warum gerade dieses Motto?

Wir wollen das Thema "Zeit" in den Fokus rücken. Mobiles Arbeiten und ständige Erreichbarkeit werfen neue Fragen auf. Etwa: Wie können wir die Bedürfnisse der Beschäftigten und der Unternehmen nach mehr Flexibilität in Einklang bringen und gleichzeitig die Arbeitszeit nicht aus dem Ruder laufen lassen? Denn Zeit ist mehr als nur Arbeitszeit. Freizeit, Familie und Freunde – das ist mindestens genauso wichtig. Noch immer ist es für viele Beschäftigte schwer, alles unter einen Hut zu bringen. Nach wie vor sind es meist die Frauen, die sich um Familie und Pflege kümmern. Viele stecken in der Teilzeitfalle, können nicht zurück auf eine Vollzeitstelle. Und wer sein ganzes
Berufsleben weniger arbeitet, hat natürlich auch weniger Rente. Hier brauchen wir Lösungen.

Was braucht es, um in den Betrieben auf diese Probleme aufmerksam zu machen?

Mehr Betriebe mit Betriebsrätinnen! Wir ermuntern deshalb bereits jetzt wieder zahlreiche Frauen, sich zu engagieren, mitzubestimmen und in zwei Jahren zu den Betriebsratswahlen anzutreten. Und wir sind damit erfolgreich. Wir haben heute 28,5 Prozent Betriebsrätinnen und 21,2 Prozent weibliche Mitglieder.

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