Gleichstellung

Gleich geht vor

Gleiche Berufschancen für Männer und Frauen – das ist auch heute längst nicht überall selbstverständlich. Wir stellen  zwei Unternehmen vor, die zeigen, wie es gehen kann.

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Wolfgang Sieber und Ulla Köhler, Friatec Sie haben die Charta für Gleichstellung unterschreiben: Wolfgang Sieber und Ulla Köhler.
02.05.2016
  • Von: Désirée Binder

Die Unterschrift unter der Charta der Gleichstellung der IG BCE ist noch nicht ganz trocken, da sind bei Friatec in Mannheim schon die ersten Projekte in Bezug auf Gleichstellung von Männern und Frauen geplant und umgesetzt.

Ob Spezialpumpen, Rohrleitungssysteme oder Komponenten aus Hochleistungskeramik – bei Friatec gibt es viele technische Berufe; und die sind großteils mit Männern besetzt. Im Februar 2016 entschied sich das Unternehmen aus Mannheim die Charta zu unterschreiben. "Wir setzen uns schon länger für Gleichstellung im Betrieb ein. So informieren wir zum Beispiel über unsere Ausbildungsberufe, um auch junge Frauen für die technischen Männerberufe zu begeistern", sagt Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Sieber. Und das klappt. "Wir haben jetzt auch einige Mädels bei uns in der Ausbildung."

Die Charta zu unterschreiben stand für alle am Standort sofort fest. "Als Ulla uns die Charta vorstellte, war für den gesamten Betriebsrat klar: Das unterstützen wir, das passt gut zum Betrieb, da machen wir mit", sagt Sieber. Ulla Köhler, Betriebsrätin bei Friatec und Mitglied im Bundesfrauenausschuss der IG BCE, machte im Unternehmen auf die Charta aufmerksam. Und fand damit auch bei der Personalabteilung Anklang. "Die Charta ist deckungsgleich mit den Grundsätzen von Friatec und deshalb war es für uns klar, dass wir unterschreiben", sagt Personalleiter Bernhard Stähle.

Im Zuge der Charta der Gleichstellung planen Betriebsrat und Personalabteilung jetzt ein Projekt zur Förderung und Weiterbildung von jungen Frauen. Das Ziel: Mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen, vor allem in den technischen Berufen. Um das zu erreichen, sollen die Weiterbildungsangebote stärker auf Frauen abgestimmt werden.

Auf Frauen und Familie ist B.Braun in Melsungen bereits gut abgestimmt. Das Medizintechnik- und Pharma-Unternehmen aus Hessen hat Ende 2014 die Charta der Gleichstellung unterschrieben. Lange gezögert hat dabei niemand, denn ob gleiches Entgelt oder lebensphasenorientierte Arbeitszeiten – bei B.Braun spielt das schon lange eine Rolle. "Das sind Themen, die wir seit Jahrzehnten bearbeiten. Und wir wollen mit verschiedenen Programmen sicherstellen, dass Frauen und Männer die gleichen Entwicklungschancen haben", sagt Heinz-Walter Große, Vorstandsvorsitzender bei B.Braun.

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Alexandra Friedrich, B.Braun Alexandra Friedrich, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei B.Braun
Eines dieser Programme ist die Familienteilzeit. "Die Vereinbarung bezieht sich nicht nur auf die Elternzeit, sondern ist lebensphasenorientiert", sagt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Alexandra Friedrich. "Das heißt, dass es zum Beispiel auch möglich ist, in Familienteilzeit zu gehen, um Angehörige zu pflegen."

Die Charta für Gleichstellung
Mit der Charta der Gleichstellung setzt sich die IG BCE für gleiche berufliche Entwicklungschancen von Männern und Frauen ein. Die Unterzeichner verpflichten sich, Maßnahmen und Instrumente zur Chancengleichheit zu entwickeln. Dazu gehören neben einer existenzsichernden Arbeit auch lebensphasenorientierte Arbeitszeiten. Sie verpflichten sich zudem, für mehr Frauen in Führungspositionen zu sorgen.

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