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20.03.2018

Von: Marco Jelic

Preisverleihung des Wettbewerbs „Die Gelbe Hand“

Engagement gegen Rassismus ausgezeichnet

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung von Evonik hat beim bundesweiten Wettbewerb „Die Gelbe Hand“ einen Sonderpreis gewonnen. "Wir wollten der negativen Stimmung in der Gesellschaft etwas entgegensetzen und die positiven Aspekte der Vielfalt betonen“, erklärten Sebastian Burdak und Linda Wozniak, die zwei JAV-Vorsitzenden der Evonik AG Standort Marl, als sie den Sonderpreis der DGB-Jugend NRW für ihr Engagement gegen Rassismus im Betrieb entgegennahmen.

Die Teilnehmer des Wettbewerbs gegen Rassimus bei der Preisverleihung.  Die Teilnehmer des Wettbewerbs gegen Rassimus bei der Preisverleihung.

Im Schweriner Schloss fand am 19. März vor rund 100 Gästen aus Politik, Gewerkschaften und Gesellschaft die Preisverleihung des Jugendwettbewerbs „Die Gelbe Hand“ 2017/18 statt, der jährlich vom gewerkschaftlichen Antirassismus-Verein „Mach‘ meinen Kumpel nicht an!“ ausgerufen wird.

Prämiert wird das kreative Engagement von Auszubildenden, Berufsschülern sowie von der Gewerkschaftsjugend gegen Rassismus und für Demokratie, Vielfalt und Akzeptanz. Den ersten Preis erhielten dieses Jahr die Azubis der Rheinbahn AG in Düsseldorf für ihre Idee, 5000 Schutzhüllen für Fahrkarten mit dem Logo der Gelben Hand bedrucken zu lassen.

Martin Lukas Kim

Die JAV von Evonik in Marl mit den zwei JAV-Vorsitzenden Sebastian Burdak (Vierter von rechts) und Linda Wozniak (Dritte von rechts).

Die jungen IG-BCE-Mitglieder von Evonik beeindruckten die Jury. Unter dem Motto „Bunt isst lecker“ wurden M&M’s mit den Länderumrissen der 59 Nationen, die in der Belegschaft des Evonik-Standorts Marl vertreten sind, bedruckt und in der Kantine verteilt. 59 bunte Riesenluftballons, die sie entlang der Zufahrtsstraße zum Chemiepark aufstellten, waren ein wahrer „Hingucker“ – „Diversity hebt sich ab“ lautete hier das Motto. Vor dem Werkstor standen zu der Zeit  die „Bäume der Vielfalt“ mit Statements der Belegschaft. Als große Abschlussaktion formten alle Auszubildenden des Standorts als Menschenbild in bunten Regencapes ein Herz und das Wort WORLD. 

„Alleine hätten wir das alles nicht stemmen können. Wir hatten stets die Unterstützung des Unternehmens. Und ein wichtiger Partner, um das umzusetzen, war die IG BCE“, betonte der JAV-Vorsitzende Burdak in seiner Dankesrede.

Politische Schirmherrin des diesjährigen Wettbewerbs war Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Schwesig hob die Bedeutung des Engagements der Jugend hervor. Gerade in Zeiten des Rechtspopulismus und der digitalen Gewalt sei es wichtig „gemeinsam Flagge zu zeigen, gegen die, die hetzen und das Land spalten wollen. Es ist gut zu wissen, dass man dabei nicht alleine ist.“

 Martin Lukas Kim

Petra Reinbold-Knape, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE „Wir brauchen mehr Menschen, die sich für Demokratie einsetzen und gegen Rassismus aufstehen“, betonte Petra Reinbold-Knape, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE, in ihrer Rede.

Von Seiten der Gewerkschaften überreichte Petra-Reinbold-Knape, im Namen der IG BCE, zunächst den dritten Preis an die Berufsschulklasse aus Braunschweig, die kulturell bunt gemischt ist und ihre Erfahrungen mit der Vielfalt in einem Video festhielt. Im Anschluss prämierte sie als Zweitplatzierte die angehenden Grafik-Designer aus dem Kolping Berufskolleg Stuttgart, die das Buch „Think!“ zum Thema Flucht und Asyl grafisch gestaltet und es inhaltlich aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet haben. „Diese jungen Menschen zeigen, dass Gemeinschaft, Respekt und Toleranz die maßgeblichen Werte sind. Für Diskriminierung ist kein Platz – weder im Betrieb noch in der Gesellschaft.“, unterstrich Reinbold-Knape.

Der Vorsitzende des Kumpelvereins, Giovanni Pollice, war überwältigt von den Projekte: „Dieses großartige Engagement ist nicht selbstverständlich.“ Gerade heute sei Rassismus nicht nur am rechten Rand, sondern in der Mitte vorzufinden. Daher brauche es eine Intensivierung aller Formen der politischen Bildungsarbeit: „Antirassismus muss in Schulen zum Pflichtfach werden. Die oft beschworene wehrhafte Demokratie gilt es in den Herzen und in den Köpfen zu verankern.“

Die weiteren Preisträger waren  in der Kategorie „Sonderpreis Idee“ die Gesamtjugend- und Auszubildendenvertretung von Nestlé, die ein Konzept für Aktionen gegen Diskriminierung im Betrieb vorstellte. Jugendliche aus Rostock erhielten den Sonderpreis Mecklenburg-Vorpommern. Sie organisierten wöchentliche Fußballtraining für geflüchtete Kinder in einer Gemeinschaftsunterkunft. Der Sonderpreis der DGB-Jugend Nord ging an das Betriebliche Beratung Team Mecklenburg-Vorpommern für das Projekt „Azubis on Tour“, bei dem Auszubildende in Unternehmen „best practice“-Beispiele zu Integration und Mitbestimmung  kennenlernten.