Eine von uns

Garten-Streit auf Erzgebirgisch

Sophie Ebert aus Niederwürschnitz spielt in der Jugendtheatergruppe Kul(T)ourbanausen Lugau mit.

Micahel Bader

"Die Gruppe hat mir enorm geholfen, Selbstbewusstsein aufzubauen", sagt Sophie Ebert.
27.10.2017
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Wenn Sophie Ebert auf der Bühne steht, kriegt jeder sein Fett weg. Streitereien und Intrigen zwischen Kleingärtnern sind Thema des Stückes, dass die Jugendtheatergruppe aus Lugau einübt: "Das Schrebergarten-Scharmützel – eine feurige Komödie in drei Akten".

In einem Raum im Kultur- und Freizeitzentrum in Lugau stehen Gartentische und Klappstühle, im Hintergrund ein umranktes Eingangsportal und die Front des Vereinslokals eines Kleingartenvereins. Das Fest zum 100-jährigen Jubiläum steht an. "Da muss die Anlage tippi-toppi sein", sagt Sophie Ebert, die eine Frau namens Gabi spielt. Gabis Aktionismus reißt die Männer nicht mit. "Komm, wir trinken erst mal einen.«"All das hört sich nach echtem Leben an – und da kommen Ideen für die Dialoge auch her. Die zurzeit acht Mitglieder der Theatergruppe schreiben ihre Stücke selbst. "Wir haben lange gesammelt", sagt Ebert. "Etwa bei Familienfeiern oder beim letzten Besuch bei der Oma."

Fast nicht aufschreiben lässt sich, wie die Gruppe auf der Bühne klingt. "Wir reden Erzgebirgisch", sagt Ebert, "wir übertreiben dabei ein bisschen." Ein Beispiel: "Ärgendwo do draussen, da warteter, äh Griegor, der dei Herz im Sturm erobert" – mit diesen Worten tröstet Gabi eine Gartenfreundin, die traurig ist, weil sie keinen Mann findet.

Sophie Ebert ist 22 Jahre alt. Sie arbeitet bei enviaM in Chemnitz, ist Mitglied der JAV; in der IG BCE ist sie im Bezirksjugendausschuss Dresden-Chemnitz. Schon mit 14 Jahren ist sie zur Jugendtheatergruppe gestoßen. "Ich war ein schüchternes Mädchen", sagt sie. "Die Gruppe hat mir enorm geholfen, Selbstbewusstsein aufzubauen." Mit der Zeit sind die Mitspieler zu einer zweiten Familie geworden. Wenn die Gruppe auftritt, sind die Karten oft schon Monate im Voraus ausverkauft. Ihr voriges Stück sahen insgesamt 1500 Menschen.

Anfang November hat das "Schrebergarten-Scharmützel" Premiere. Für die Gruppe heißt das bis dahin: proben, proben, proben. "Gegen Ende haben wir kein freies Wochenende mehr", sagt Sophie Ebert. Den Lohn für die ganze Mühe bekommen sie dann nach der Premiere: den Applaus der Zuschauer.

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