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30.11.2018

Von: Isabel Niesmann

Teileröffnung des Deutschen Bergbau-Museums

Die DNA des Ruhrgebiets und seiner Menschen

Was bleibt vom Steinkohlen-Bergbau, wenn Ende 2018 die letzte Zeche schließt? „Sind es die Grubenlampen, die nostalgischen Fotos mit schwarzen Gesichtern oder das Steigerlied?“, fragte Ralf Sikorski, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE bei den Feierlichkeiten zur Teileröffnung des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum. „Vom Bergbau bleibt vor allem Solidarität. Sie bestimmt die DNA des Ruhrgebiets und seiner Menschen. Sie ist Grundpfeiler der gesellschaftlichen Stabilität und Gegenteil der Ellenbogengesellschaft. Sie gilt es zu bewahren“, sagte er.

Feierlich wurden die Rundgänge 1 und 2 des Deutschen Bergbau-Museums eröffnet.

Das hat sich das Bergbau-Museum zur Aufgabe gemacht: Zwei Jahre wurde es umfangreich saniert und modernisiert – mit 15 Millionen Euro gefördert durch die RAG-Stiftung im Rahmen des Projekts „Glückauf Zukunft!“. Schwerpunkt des Rundgangs 1 ist die Geschichte des deutschen Steinkohlenbergbaus, Schwerpunkt des Rundgangs 2 die Darstellung des Bergbaus weltweit. Ab Januar kommenden Jahres sind sie für Besucher geöffnet.

Frank Rogner

Peter Schrimpf auf der Teileröffnung des de Deutschen Bergbau-Museums Bochum. Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft und Vorsitzender des Kuratoriums des Deutschen Bergbau-Museums Bochum.
„Hier wird geforscht. Hier wird nach vorne geschaut. Und hier wird erfahrbar gemacht, wie man früher malocht hat“, betonte Sikorski die Prägung des Bergbaus im Ruhrgebiet. Malocht hat Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft und Vorsitzender des Kuratoriums des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, früher auch noch selbst unter Tage. Der Museumsbesuch sei für ihn deshalb auch ein bisschen wie nach Hause kommen: „Das Museum ist der Gedächtnisspeicher des deutschen Steinkohlenbergbaus. Der ist nicht verschwunden, sondern hat nur seinen Platz gewechselt. Nirgendwo sonst ist die Welt der Kumpel, ihr Facettenreichtum und ihre Vielfalt so zu bewundern wie hier.“

Frank Rogner

Der Ruhrkohle-Chor begleitete die feierliche Teileröffnung musikalisch. Der Ruhrkohle-Chor begleitete die feierliche Teileröffnung musikalisch.
Bernd Tönjes, Vorsitzender des Vorstands des RAG-Stiftung betonte: „Hier ist zu erleben, was die Bürger des Reviers zusammenschweißt. Das Museum ist der Hort unserer Wurzeln.“ Aber der Blick zurück und der Blick nach vorne gehörten zusammen: „Das Revier ist eine Chancenregion.“

Frank Rogner

Isabel Pfeiffer-Poensgen auf der Teileröffnung des Deutschen Bergbau-Museums. Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Dem schloss sich Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen an. Sie unterstrich, dass das Museum zukunftsweisende Forschung zu Georessourcen betreibe und sich das Ruhrgebiet zu einer Wissenschaftsregion entwickle. „Wir haben viel Power und Bewegung hier.“

Frank Rogner

Ralf Sikorski, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE, auf der Teileröffnung des Deutschen Bergbau-Museums. Ralf Sikorski, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE, im neuen Rundgang 1.
600 Exponate zeigen im ersten Rundgang die Innovationen, Entwicklungen, Veränderungen und Auswirkungen des Bergbaus. Nicht die Maschinen, sondern die Menschen stehen im Mittelpunkt. Ein Highlight erwartet die Besucher direkt zu Beginn: der versteinerte Kern eines Karbonbaums. Das Fossil ist über 300 Millionen Jahre alt und stellt dar, wie Steinkohle entstanden ist. Chronologisch geht es weiter durch die Geschichte der Steinkohle, über die frühe Kohleförderung mit Schlägel und Eisen, bis die Besucher durch die Kaue – wenn auch nur wenige Meter – unter Tage ins Bergwerk gehen können. Am Ende des Rundgangs bleibt auch im Museum der Blick nach vorne: eine Pumpe, die in den ehemaligen Zechen das Wasser abpumpt – eine der Ewigkeitsaufgaben nach dem Ende des Bergbaus.