Deutsche Steinkohle-Verstromungs-Gesellschaft

Markt der Steinkohle-Verstromung neu ordnen

Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien werden Steinkohle-Kraftwerke für die Betreiber zunehmend unrentabel. Doch die Energiewende braucht nach wie vor konventionelle Kraftwerke, um Versorgungslücken und Schwankungen im Netz auszugleichen. Die IG BCE schlägt deshalb vor, die Steinkohle-Kraftwerke in eine nationale Gesellschaft - "Deutsche Steinkohle-Verstromungs-Gesellschaft“ - einzubringen.

Stefan Koch

Steinkohle in der Hand einer Bergarbeiters

„Der Auftrag einer solchen Gesellschaft wäre eine möglichst effiziente und kostengünstige Flankierung der Energiewende und eine gesicherte Stromversorgung“, sagt Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE.

Weil die Versorgung mit Wind- und Sonnenstrom witterungsabhängig ist, kommen insbesondere Steinkohle-Kraftwerke immer dann zum Einsatz, wenn es gilt, Versorgungslücken und Schwankungen im Netz auszugleichen. Denn diese Kraftwerke sind relativ schnell anzufahren, im Teillastbetrieb sogar wirtschaftlicher als Gas, und Steinkohle ist ein vergleichsweise preiswerter Brennstoff.

Je weiter der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie voran schreitet, umso weniger kalkulierbar wird es, wann und wie lange diese Kraftwerke zum Einsatz kommen. Kraftwerke mit wenigen Betriebsstunden erwirtschaften zunehmend Verluste.

„Klar ist aber“, sagt Michael Vassiliadis, „dass Reserven umso dringender gebraucht werden, je stärker die Energieerzeugung auf Kapazitäten beruht, die eben nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Der Ausbau der Erneuerbaren braucht zwingend eine Absicherung durch konventionelle Kraftwerke“.

Der Vorschlag einer „Deutschen Steinkohle-Verstromungs-Gesellschaft“ betreffe eine Steinkohle-Verstromungskapazität von rund 28 bis 30 Gigawatt. 75 Prozent davon werden von fünf Unternehmen bereitgestellt: STEAG, E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW.

Eine nationale Gesellschaft könnte die Kraftwerke deutlich günstiger betreiben und bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Innerhalb des Unternehmensverbundes könnten die jeweils modernsten Kraftwerke mit dem höchsten Wirkungsgrad und dem niedrigsten CO2-Ausstoß zum Einsatz kommen. „Gleichzeitig wird den Unternehmen, die sich aus strategischen Gründen neu orientieren, eine Perspektive ohne Steinkohle-Kraftwerke eröffnet“, so Vassiliadis. „Da geht es natürlich um Arbeitsplätze, es geht aber auch darum, das Know-how und die Investitionskraft der großen Energiekonzerne für die Energiewende zu sichern.“

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