Abschluss in der chemischen Industrie

3,7 Prozent mehr

Das Tarifpaket 2014 für die 550.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie ist geschnürt. Die Entgelte steigen um 3,7 Prozent. Das hohe Ausbildungsplatzniveau wird noch einmal gesteigert. Für die übernommenen Ausgebildeten wird die unbefristete Einstellung zum Normalfall. Darauf haben sich IG BCE und Chemie-Arbeitgeber am Mittwoch (5. Februar) nach einem zweitägigen Verhandlungsmarathon in Hannover geeinigt.

Stefan Koch

Chemie-Tarifrunde 2014: Abschluss Die Verhandlungsführer Peter Hausmann und Hans-Carsten Hansen stellen den Tarifabschluss vor.
05.02.2014
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Der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis: „Das Ergebnis steht in der Tradition einer erfolgreichen Tarifpolitik, die der wirtschaftliche Stärke der chemischen Industrie entspricht. Gleichzeitig sind wir einen weiteren Schritt auf dem Weg voran gekommen, den demographischen Wandel in der Branche zu gestalten. Mehr junge Menschen in Ausbildung zu bringen und ihnen gute Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen, das ist die richtige Zukunftsstrategie.“

IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann bewertet das Ergebnis als „einen angemessenen und tragfähigen Kompromiss. Die kraftvollen Aktionen vor Ort haben Wirkung gezeigt, brachten Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen. Wir haben eine spürbare Erhöhung der Entgelte erreicht. Zudem ist es gelungen, die Ausbildungs- und Übernahmeperspektiven der jungen Leute zu verbessern. Die Ära der Befristungen geht zu Ende, wir haben eine Trendwende eingeleitet.“

Die Vereinbarungen im Einzelnen:

Entgelte

Einen Monat nach Ende der alten Tarifverträge steigen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 3,7 Prozent für 13 Monate, die Gesamtlaufzeit beträgt 14 Monate.

In Unternehmen, die sich in gravierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, ist eine Verschiebung der Entgelterhöhung um maximal zwei Monate möglich.

Die Laufzeiten der Chemie-Verträge beginnen regional unterschiedlich: In den Tarifbezirken Nordrhein, Rheinland-Pfalz und Hessen erfolgt die Erhöhung rückwirkend zum 1. Februar; in Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen/Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Berlin zum 1. März; im Saarland und in Nordost zum 1. April.

© Jörg Zschimmer

Ausbildung und Berufseinstieg

IG BCE und Chemie-Arbeitgeber haben einen neuen Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ abgeschlossen. In diesem Abkommen sind die bisherigen Regelungen „Zukunft durch Ausbildung“, „Start in den Beruf“ (Förderung und Integration von jungen Menschen) und „Berufskompass Chemie“ zusammengefasst und fortgeschrieben. Neu aufgenommen sind Normen zur Übernahme nach der Ausbildung.

Für übernommene Ausgebildete wird die unbefristete Einstellung zum Normalfall. Zur Überprüfung werden auf regionaler Ebene paritätisch besetzte Runde Tische eingesetzt, die Ergebnisse jährlich auf Bundesebene zusammengeführt und bewertet.

Das Ausbildungsplatzangebot in der chemischen Industrie wurde seit 2003 um über zehn Prozent gesteigert. Trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen wollen die Tarifpartner das erreichte hohe Niveau noch einmal anheben und haben einvernehmlich die Zielzahlen für die Jahre 2014 bis 2016 festgelegt: Es werden jeweils 9.200 Ausbildungsplätze eingerichtet. In den Vorjahren waren es jeweils 9.000 Plätze.

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