Bewerbung

Auf die Stellen, fertig, los!

Die Anzeige für die Ausbildung klingt gut, also ran an den Rechner und eine
Bewerbung auf den Weg bringen. Damit die dann genauso gut klingt, hier das
Wichtigste.

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03.02.2015
  • Von: Dagny Riegel

Anschreiben, Foto, Lebenslauf, Zeugnisse, sie alle sind so etwas wie Werbung für den Kandidaten. Mit jedem einzelnen Dokument kann jeder schon vor dem ersten Gespräch punkten und zeigen, was er oder sie drauf hat. Eigentlich eine tolle Sache, aber auch ein bisschen kniffelig, schließlich ist man nicht automatisch Werbe-Profi in eigener Sache.

Zuerst sollte eine Checkliste her, die man abarbeiten kann, um nichts zu vergessen. Die legt man sich am besten daneben, dann kann man die einzelnen Punkte abhaken. Wichtig ist dabei immer, genau die Anzeige zu lesen, um herauszufinden, welche Unterlagen der Arbeitgeber will und in welcher Form. Manche Unternehmen möchten eine Bewerbung per E-Mail, manche eine Bewerbungsmappe per Post, bei anderen wiederum soll der Kandidat alle Unterlagen auf der Internetseite über ein Online-Formular hochladen.

Meistens gehören folgende Schriftstücke in die Bewerbung für einen Ausbildungsplatz: Anschreiben, Lebenslauf mit Foto und Kopien der Zeugnisse von Schule und Praktikumsstellen. Bei einer schriftlichen Bewerbungsmappe kann man vor dem Lebenslauf auch ein Deckblatt mit Foto, Überschrift und Anschrift einfügen, dann fällt das Bild im Lebenslauf weg. Alles sollte in DIN A4-Format sein und zusammen passen, also auf dem gleichen, hochwertigen Papier und bei den eigenen Texten in der gleichen Schriftart sein. Mit Farben und Schriftarten lieber keine Experimente, am besten eine Standardschrift wie Times New Roman oder Arial in Größe 10 bis 12 Punkt und in Schwarz. Die Bewerbung soll ja seriös aussehen und nicht nach Kindergeburtstag.

Das Anschreiben

Diese Informationen gehören hinein und zwar kompakt auf einer Seite: Warum will ich diese Ausbildung, warum in diesem Unternehmen und warum bin ich der Traum-Azubi für diese Stelle? Dazu über Ausbildungsinhalte, den Beruf und das Unternehmen informieren und vor allem auf die Stellenanzeige eingehen. Wenn möglich, das Anschreiben direkt an einen Ansprechpartner richten. Falls keiner in der Anzeige steht, ruhig anrufen und nachfragen. Das macht sich meist gut und hilft vielleicht später im Vorstellungsgespräch.

Immer höflich formulieren, selbstbewusst, positiv und konkret.

Also nicht: „Hallo Herr Personali, ich könnte mir eventuell vorstellen, bei Ihnen als Azubi an den Start zu gehen, weil ich oft kreativ und selten unzuverlässig bin. Vielleicht könnten Sie mich ja zu einem Vorstellungsgespräch einladen.“

Stattdessen lieber solche Formulierungen:

„Sehr geehrter Herr Personali“

„gern möchte ich“

„meine Kreativität wurde 2014 mit dem Nachwuchs-Erfinderpreis Chemie belohnt“, „meine Zuverlässigkeit konnte ich bereits bei meinem Praktikum im Betriebskindergarten der Kautschukkompanie unter Beweis stellen“

„auf eine Einladung zu einem  persönlichen Gespräch freue ich mich sehr“.

Am Ende, unter dem Namen, erwähnt man die Anlagen, also die beiliegenden Dokumente wie Lebenslauf, Abschlusszeugnis und Praktikumsbescheinigung.

Ein Musteranschreiben gibt es hier.

Lebenslauf und Foto

Der Lebenslauf ist klar, knapp und in Tabellenform. Es geht nicht darum, möglichst viel darin unterzubringen, sondern die Tätigkeiten, Erfahrungen, Erfolge, die zu den Anforderungen der Stelle passen. Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse und Geburtsdatum sollten oben stehen, links neben dem Foto.

Das Foto zeigt den Kandidaten nicht mit Zwergkaninchen auf dem Arm, im Fußball-Trikot oder vor der Strandbar. Ein Gang zum Fotografen lohnt sich unbedingt. Und zwar in Kleidung und mit einer Frisur, die zu einer seriösen Firma passen, also im Zweifel Bluse statt Leoparden-Pulli und gekämmter Kopf statt Surfer-Matte. Der spätere Arbeitgeber will einen ja nicht immer in der Teeküche verstecken, wenn ein Kunde kommt.

Darunter führt man praktische Tätigkeiten wie Nebenjobs und Praktikum auf, Schulbesuche mit Abschluss und persönliche Fähigkeiten, zum Beispiel Sprach-, Computer- oder andere Kompetenzen wie Teamfähigkeit. Am Ende kommen Hobbys, denn auch sie verraten etwas über den Bewerber. Und dann Ort, Datum und Unterschrift.

Einen Musterlebenslauf gibt es hier.

Immer wichtig:

Keine Flecken, Eselsohren, beidseitig bedruckte Blätter und Rechtschreibfehler. Alle Unterlagen werden nur einmal benutzt und kommen in Topzustand und ungelocht in eine schlichte Klemm-Mappe. Anschreiben obenauf legen, in einen verstärkten Umschlag stecken, ausreichend frankieren und ab die Post. Wer nach zwei Wochen nichts gehört hat, kann mal anrufen, falls kein anderes Datum für eine Rückmeldung angegeben war.

Für Bewerbungen per E-Mail gilt das Gleiche: saubere Scans der Zeugnisse in guter Qualität, ein scharfes Foto und alles in einer PDF-Datei zusammengefasst, falls in der Anzeige nichts anderes steht. Zur Probe vorher ausdrucken und an Freunde oder Eltern schicken, um auf Fehler prüfen zu lassen und zu sehen, ob die Dateigröße sich gut versenden lässt. Auch hier lieber nicht lustig sein: die Mail-Adresse Ulknudel_2000@partykracher.de macht sich als Absender weniger gut.

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