Berufsbildungsbericht 2015

Immer weniger Azubis

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sinkt weiter, während immer mehr Lehrstellen frei bleiben. Das liegt laut Berufsbildungsbericht vor allem am demographischen Wandel, und daran, dass immer weniger Jugendliche sich für eine Ausbildung entscheiden.

David Brandt

20.05.2015

Der Berufsbildungsbericht 2015 zeigt einen neuen Höchststand von freien Lehrstellen. Insgesamt 37.100 Ausbildungsplätze blieben im vergangenen Jahr unbesetzt. Das sind rund zehn Prozent mehr als 2013. Gleichzeitig ging auch die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf 522.000 zurück. Das liegt vor allem daran, dass es in Deutschland durch den demographischen Wandel immer weniger Schulabgänger gibt und diese häufiger ein Studium aufnehmen.

„Das duale Ausbildungssystem entwickelt sich zum Exportschlager in viele Länder dieser Erde und verliert gleichzeitig an Akzeptanz in Deutschland. Aus diesem Grund ist es wichtig, die in der Allianz für Aus- und Weiterbildung vereinbarten Handlungsschritte nun konkret umzusetzen“, sagt Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE.

Die „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ soll die duale Berufsausbildung weiter stärken und die Qualität der Ausbildung verbessern. Sie wurde von Ländern, Wirtschaft, Gewerkschaften und der Bundesagentur für Arbeit abgeschlossen.

„Wir werden uns weiterhin für die duale Ausbildung stark machen und durch Projekte wie „Start in den Beruf“ oder Tarifverträge zur Erhöhung des Ausbildungsplatzangebots unseren Beitrag leisten. Die Attraktivität der betrieblichen Ausbildung muss noch deutlicher aufgezeigt werden und es müssen mehr betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden“, sagt Glänzer.

Auch die Bundesregierung fordert in ihrem Bildungsbericht die Betriebe auf, ihre Ausbildungsanstrengungen zu verbessern. Dazu zählt neben dem Anbieten von Ausbildungsplätzen auch die Weiterbildung der Azubis und Beschäftigten. 2014 hat jeder zweite Deutsche im erwerbsfähigen Alter an mindestens einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen. Das muss nun laut Bundesministerium für Bildung und Forschung weiter gefördert werden.

„Die Betriebe müssen dafür sorgen, dass jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin die Möglichkeit hat, sich weiter zu qualifizieren. Nur dadurch sichern die Betriebe ihren eigenen Fachkräftebedarf für die Zukunft! Mit Hilfe der Weiterbildung bleibt das duale System zukunftsfähig“, sagt Ralf Sikorski, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE und zuständig für die Themen berufliche Bildung und Weiterbildung.

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